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Ergebnis

Im Hopfengarten

Bier - Bier

Schon einmal von Bier müde geworden? Das liegt an den Inhaltsstoffen des Hopfens einer alten Kulturpflanze, die nicht nur zum Bierbrauen dient...

Es kann schon vorkommen, dass nach dem Genuss von Bier die Augen zufallen. Der Müdemacher, der dafür verantwortlich ist, heißt Lupulin - eine Substanz, die in den kleinen Harzkügelchen der Hopfendolde eingelagert ist. Sie beruhigt und sorgt für tiefen Schlaf. Vom Lupulin leitet sich auch der lateinische Name des Kulturhopfens ab, "Humulus lupulus", und schon beim Aussprechen desselben spitzen wir unsere Lippen, als stünden wir kurz vor dem Genuss eines köstlich-kühlen „Blonden". Hopfen und Bier gehören einfach zusammen, und in der Tat wird die Pflanze hauptsächlich zum Bierbrauen verwendet. Sie gibt dem „Flüssigen Brot" sein ausgeprägtes Aroma und seine angenehme Bitterkeit. Außerdem wirken die Inhaltsstoffe des Hopfens bakterizid und tragen wesentlich zur Haltbarkeit des Gebräus, wie auch zur Stabilisierung des appetitlichen Schaumhäubchens bei der Ausschank bei. Nur die weibliche Hopfendolde wird für das Bierbrauen verwendet. Wer auf den sanften Hügeln des Mühlviertels schon der meterhohen, berankten Hopfengerüste ansichtig wurde (natürlich auch an der Grenze zu Slowenien in der Untersteiermark), kann sicher sein: Hier wachsen nur weibliche Pflanzen der Gattung Humulus lupulus einträglich auf den Feldern.

Die Urheimat des wilden Hopfens dürften die feuchten Bergtäler im vorderen Asien sein. In Europa wurde der Hopfenbau wahrscheinlich zur Zeit der Völkerwanderung eingeführt. In den Klosterschriften Frankreichs und Deutschlands kommt Hopfen schon seit 768 vor. Seine antiseptische Kraft wurde im 12. Jahrhundert von Hildegard von Bingen gepriesen: „Seine Bitterkeit verhindert Fäulnis". Historische Prominenz erhielt Humulus lupulus 1516 vom bayrischen Herzog Wilhelm IV., der das so genannte „Reinheitsgebot" erließ: Es bestimmt, dass zur Bierherstellung keine anderen Zutaten als Gerste, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen. Im Österreich werden etwa 250 Hektar im oberen Inn- und Mühlviertel, im Salzkammergut, in der Wachau, der Umgebung von Stockerau und in der Weststeiermark angebaut.

Der echte Hopfen gehört übrigens zur Familie der Hanfgewächse und kann bis zu 50 Jahre alt werden. Alle Kultursorten des Hopfens werden landwirtschaftlich angebaut und alljährlich ab Ende März in den Gerüstanlagen der Hopfengärten kultiviert. Dabei ranken sich zwei bis drei Triebe der Schlingpflanze um einen auf einem Holzgerüst gespannten Draht, der als Kletterhilfe dient. Die Ranken schlingen sich dann bis zum Sommer auf eine Gerüsthöhe von etwa sieben Metern empor. Ende August, Anfang September beginnt die Hopfenernte: Knapp über dem Boden abgeschnitten, werden die langen Ranken vom Gerüst gerissen und auf den Hof gebracht. Heute wird das mittels Tracktoren, mit ihren langen Anhängern erledigt. Die Hopfenenden werden so abgeschnitten, daß sie der Länge nach auf den Anhänger fallen. Am Hof nehmen sich Maschinen fleißige Hände ihrer an und pflücken die frischen Hopfendolden zur Weiterverarbeitung. Da diese noch Feuchtigkeit enthalten, müssen sie zunächst in der „Darre" trocknen, um später gepresst und gekühlt für das Bierbrauen zur Verfügung zu stehen. Die moderne Braukunst bedient sich so genannter Hopfen-Pellets, kleiner, aus Hopfendolden gepressten Stückchen, die luftdicht verpackt, die schnell flüchtigen Aromen des Hopfens bewahren. in der Heilkunde wird Hopfen in ver-schiedenen Beruhigungs- und Schlafmitteln eingesetzt. Apotheken und Reformhäuser bieten Öle, Tees und Bäder aus Hopfen, ebenso wie das Hopfenbrot, mit steigender Beliebtheit an. Für Frauen ist der Hopfentee zu empfehlen: Er hilft vor allem an den kritischen Tagen die Schmerzen einzudämmen. Und Großmutters Trickkiste verrät uns: Hopfendolden hinter den Büchern in der Bibliothek schützen vor Feuchtigkeit und helfen gegen Ungeziefer!

von Angelika Starkl und Wolfgang Schulz