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Döblinger Strassenverzeichnis

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Begriff Definition
Bloschgasse

seit 1895 | Heiligenstädter Straße zu Zwillinggasse. Nach Georg Dunstan Blosch (1834-1892), Pfarrer vom Kahlenbergerdorf, benannt | Kahlenbergerdorf

Blutgasse †

seit 1894 Nestelbachgasse | von der Grinzingerstraße zum Pfarrplatz, in Erinnerung an die Grausamkeit der Türken in dieser Gegend | Heiligenstadt

Bockkellerstraße

seit 1888 | von Zahnradbahnstraße zur Nußberggasse. Nach dem gleichnamigen Bierlokal, das 1842 gegründet wurde. Der Bockkeller, der schönste Restaurationsgarten Wiens - so ein Inserat in der Wiener Zeitung vom 14. August 1881, hatte 4000 Sitzplätze. Sein als Holz-Fachwerk gebauter Turm brannte im 2. Weltkrieg ab | Nußdorf

Böhmmühlgasse

seit 1894 | von Barawitzkagasse zur Heiligenstädterstraße 77. Nach der dort bestandenen Böhmmühle benannt, vorher Mühlgasse. Johann Böhmmühl, Besitzer der 1792 erbauten Klostermühle | Unter Döbling

Börnergasse

seit 1958 | von Sieveringer Straße 81 zur Wilhelm Buschgasse. Wilhelm Börner, Schriftsteller, geb. 26.6. 1882 in Laa a.d. Thaya, gest. 17.12. 1951 in Wien. Von 1919 bis 1939 Leiter der Ethischen Gemeinde in Wien. Hauptvertreter der freireligiösen Moralpädagogik und Vorkämpfer der Friedensbewegung in Österreich. Gründete 1928 die Lebensmüdenstelle in Wien | Unter Sievering

Böttgerweg

seit 1930 | von Scheimpfluggasse 26 zur Felix Dahn Straße 101. Johann Friedrich Böttger, Apotheker und Fachmann auf dem Gebiet der Porzellanerzeugung - Erfinder des Hartporzellans, geb. am 4.2.1682 zu Schleiz in Thüringen, gest. 13.3. 1719 in Dresden. 1708/09 gelang ihm gemeinsam mit E. Tschirnhaus zunächst die Herstellung eines schönen braunroten Steinzeuges, des Böttgerporzellans, später die des weißen chinesischen Porzellans. Darauf hin wurde die Meißner Porzellanmanufaktur gegründet | Kat. Gem. Währing. Ober Döbling

Borkowskigasse

seit 1910 | von Peter Jordan Straße 82 zur Hartäckerstraße. Karl Ritter von Borkowski, Chefarchitekt und langjähriger Direktor des Wiener Cottagevereins | Ober Döbling

Boschstraße

seit 1889 | von Geistingergasse bis Bachofengasse 6. Nach Franz Xaver Bosch (1790-1860), Gründer des Nußdorfer Brauhauses im Jahre 1819 | Heiligenstadt

Bräuhausgasse †

Seit 1894 Cobenzlgasse | vorher Sommerzeil, dann Bräuhausgasse und Berggasse (Cobenzlgasse bis Nr. 15 und 42), wegen des dort befindlichen Grinzinger Bräuhauses. Graf Johann Philipp von Cobenzl (1741 bis 1810), führender Finanzexperte, Hof- und Vizekanzler, ließ nach Auflösung des Jesuitenordens auf dem, bald nach ihm benannten Cobenzl, (urspr. Reisen- und Latisberg) ein Schloß errichten. 1907 kaufte es die Gemeinde Wien unter Bürgermeister Karl Lueger. Es war bis zum ersten Weltkrieg ein sehr beliebtes Ausflugsziel | Grinzing

Brauhausgasse †

seit 1894 Freihofgasse | vorher Fellnergasse, in Nußdorf gelegen. Benannt nach dem "Freihof" = abgabenfreier Gutshof im Besitz des Altenburger Stiftes am Kamp | Nußdorf

Brechergasse

seit 1898 | bis 1895 Wiesendorfergasse. Von Sieveringer Straße 173 zum Sieveringer Friedhof. Nach Dr. Moritz Brecher (1831-1896), Arzt und Wohltäter von Sievering, benannt. Wohnte im Hause Sieveringer Straße 162 | Sievering

Breitenweggasse | Breitenweg †

Stand 1929 | ehemaliger Feldweg (vom Kaasgraben ab Esdersplatz) zur Bellevuestraße | Grinzing und Unter Sievering

Bretschneidergasse

1930 | von Grinzinger Straße 39 bis Sandgasse 38. Ludwig August Bretschneider (1860-1929), Nationalrat und Sozialpolitiker. Mitbegründer der sozialistischen Partei Österreichs | Grinzing

Brigittaspitz nicht in Döbling

Abzweigung des Donaukanals vom Donaustrom seit 1598. Volkstümlich auch Am Spitz, Am Sporn, Nußdorfer Vorkopf und Spornstraße | Brigittenau

Brunngasse †

seit 1894 Greinergasse | 1873 in die neue Kirchengasse einbezogen | Nußdorf

Budinskygasse

seit 1905 | von Krottenbachstraße 56 zur Arbesbachgasse. Nach Dr. Julius Budinsky, Arzt und Wohltäter. Schenkte der Gemeinde einen Grund zur Vergrößerung des Grinzinger Friedhofes | Unter Sievering

Büdingergasse

1929 | von Khevenhüllergasse zur Starkfriedgasse. Nach Dr. Max Büdinger (1828 – 1902); angesehener Geschichtsforscher und Professor an der Wiener Universität. Hieß zwischen 1942 -1945 Hans-Hirsch-Gasse | Neustift und Pötzleinsdorf

Burgstall †

zwischen Kahlenbergerdorf und Nußdorf | 1258 als Pürchstall erwähnter Berg (295 Meter), deutet auf einen befestigten Gutshof oder eine Ansiedlung hin | Nußdorf-Kahlenbergerdorf

Buttenweg

von Brechergasse zur Agnesgasse | nach den Weinlesebutten, dem Behälter zum Tragen von Weintrauben (Butte), benannt | Ober Sievering

Cebotariweg

1958 | Maria Cebotari (1910-1949), war Kammersängerin an der Wiener Staatsoper | Nußdorf Maria Cebotari, geboren als Tochter des Lehrers Cebotaru in der bessarabischen Stadt Kischinev, die 1918 rumänisch wurde, gestorben in Wien. 1928 zog sie mit dem Ensemble des Moskauer Künstlertheaters nach Paris und heiratete den um fast 30 Jahren älteren Leiters des Theaters Graf Alexander Wiruboff. In Berlin lernt sie Gesang und die deutsche Sprache. Am 15.4.1931 sang sie in Dresden als 21jährige bereits die Mimi. Im selben Jahr verpflichtete sie Bruno Walter für die Salzburger Festspiele. 1934 Kammersängerin. 1935-1945 in Berlin. Gastspiele in aller Welt, auch der Film holt sie. Dabei lernt Cebotari den Wiener Filmschauspieler Gustav Dießl kennen und heiratet ihn 1938, nachdem Wiruboff in eine Scheidung eingewilligt hatte. Ab 1.1.1947 an der Wiener Staatsoper. Erwirbt in der Weimarer Straße eine Bombenruine, der Neubau ist im Sommer 1948 beziehbar. Im März vorher stirbt Gustav Dießl. Am 27.3.1949 singt Maria Cebotari zum letzten Mal im Bettelstudent. Als sie am 5.April 1949 operiert wird, erkennen die Ärzte erst ihr wahres Leiden - Leberkrebs. Am 13.6.1949 wird sie auf dem Döblinger Friedhof an der Seite ihres Gemahls bestattet. Die beiden Söhne werden 1953 nach England gebracht und vom englischen Pianisten Curzon adoptiert.

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