Wiesn-Zähler
Flohmarkt
Wurstis alte (gute) Stücke stehen nach telefonischer Reservierung bei Hr. Schulz abholbereit für jedermann am Würstelstand
Namenstag
Heute : Diethard, Isabella, Carlo, Niels
Morgen : Helga, Felix u. Regula, Louis
Warum heißt die Weißwurst denn Weißwurst ?
Das Freßpakal
Es war amal.....so beginnen alle Märchen, aber dies ist eine wahre Geschichte und aus. Also, es war einmal, irgendwann im alten Wien, so in der Backhendlzeit. Mein Gott, wenn i nur dran denk, kriag i scho an Hunger. Glei wern's wieda sagn: G'schichtldrucka. Auf jeden Fall, ganz Wien lachte über diesen Fall. Wer die G'schicht scho einmal gehört hat, wird sicherlich jetzt gleich wieder schmunzeln. Es war also ein altes Fräulein, das einen Kater, mit dem außergewöhnlichen Namen „Schnurli“ besaß und diesen zärtlich liebte. Leider sind auch die Lebensjahre, eines noch so strammen Katers, begrenzt. So stand Sie eines Tages tränenüberströmt über einer armen kleinen Tierleiche. Als sie sich halbwegs wieder gefaßt hatte, beschloß sie ihren heißgeliebten Kater irgendwo zu vergraben. Die normale Entsorgung in einen Mistkübel kam überhaupt nicht in Frage. Da sie selbst keinen Garten besaß, blieb nur die Lösung, eines kleinen Grabes irgendwo im Wienerwald.
Da sie öfters den Kobenzl besuchte und sich nur allzugut an das Monument des heißgeliebten Wiener Bürgermeisters Karl Lueger erinnerte, war der Plan schnell gefaßt, nicht unweit von diesem den Leichnam zu bestatten. So mußte sie in Zukunft, wenn sie das Grab und den Bürgermeister, den schönen Karl, besuchte, nur einmal Blumen kaufen. Also, sie besorgte sich von der Nachbarin ein kleines Schäuferl, mit dem man normalerweise die Blumen im Garten ein und ausgrub. Ebenso machte sie mit Hilfe von Papier und Bindfaden aus dem Kater ein sauberes Päckchen, das sie in ihrer Handtasche verstaute, um sich mit der Bim Richtung Grinzing aufzumachen. Sie durchwanderte Grinzing und ging der Cobenzelstraße entlang bis zum Heurigen der Familie Schöll. Den kannte sie noch von früher und weil es ein heißer Tag war, gönnte sie sich vor dem Begräbnis noch einen Gespritzten. Dort brauchte sie unbedingt die Puderdose für die Nase, da sie auf dem Weg herauf schon wieder geweint hatte. Zu diesem Zweck mußte sie das Päckchen aus der Handtasche nehmen. Sie legte es neben sich auf die Bank. Aus dem Gespritzten wurden zwei und bald saß sie nicht mehr so ganz alleine am Tisch. Eine nette Wiener Familie mit deren Kindern gesellte sich zu ihr und begann aus den mitgebrachten Heurigenpaketen das gute Papperl auszupacken. Da sie auch Hunger verspürte, aber zu wenig Geld mithatte, um sich etwas zu kaufen, nahm sie alsbald das Packerl und stieg den Hügel zum Kobenzl hinan.
Bei der großen Statue des Wiener Bürgermeisters Lueger kniete sie sich hin und begann ein kleines Loch mit dem mitgebrachten Schäuferl zu graben. Sie kam dabei ganz schön ins Schwitzen, da der Boden dort sehr sandig und steinig war. Als das Loch tief genug war, nahm sie das Packerl mit dem toten Kater aus ihrer Handtasche. Sie brach sogleich in Tränen aus und hatte plötzlich auch den Wunsch ihren geliebten und langjährigen Wohnungsgefährten „Schnurli“ noch einmal anzuschauen und zu streicheln. Sie öffnet also das Päckchen und sah ???? zu ihrem großen Staunen ???? eine Stelze, Schinken, Eier, Käse, Gurkerln, Butter und Brot. Sie hatte beim Weggehen ganz einfach das Packerl vertauscht. Weinend eilte Sie nach Hause und verzehrte dort, nach einigem Zögern, die angenehmen Eßbarkeiten. Auch gönnte sie sich ein Likörchen, das sie immer für solche Gelegenheiten bereit hielt. Das gute Essen und das dritte Likörchen tat seine Wirkung und irgendwann lehnte sie sich ermattet zurück. Langsam kam ihr ein Lächeln in das Gesicht, daß zu einem lauten Lachen anschwoll. Das war doch wirklich eine komische Situation. Man will ein Katzerl eingraben und kommt mit einem Freßpaket nach Hause. Was sich da wohl die liebe Familie gedacht haben muß, als sie das mitgebrachte Eßpaket auf dem Tisch und noch dazu vor allen Leuten auswickelte. Immer wieder verfiel sie in ein lautes Lachen, das langsam in ein Kichern überging. Ein totes Katzerl mitten am Heurigentisch. Also eines wußte sie auf jeden Fall ganz genau. Beim Heurigen Schöll konnte sie sich für die nächsten Jahre nicht mehr blicken lassen.

