Wiesn-Zähler
Noch bis zur nächsten Wiesn
Flohmarkt
Wurstis alte (gute) Stücke stehen nach telefonischer Reservierung bei Hr. Schulz abholbereit für jedermann am Würstelstand
Namenstag
Gestern : Otmar, Edgar, Pedro Cl.
Heute : Diethard, Isabella, Carlo, Niels
Morgen : Helga, Felix u. Regula, Louis
Heute : Diethard, Isabella, Carlo, Niels
Morgen : Helga, Felix u. Regula, Louis
Warum heißt die Weißwurst denn Weißwurst ?
Golfen Sie schon, oder haben sie noch Sex?
Es
war noch nicht Winter, aber für einen Herbsttag war es fast schon zu
kalt. Es hatte so um die acht Grad und da die Sonne schien war es
irgendwie angenehm. Der Wind war nicht allzu stark und die gute Laune
tat ihr übriges, um diesen Tag zu einem wunderbaren Golftag zu
gestalten. So gegen halb zwei erreichte ich den Start. Dort befand sich
gerade ein Ehepaar beim Abschlag. Es war ungefähr in meinem Alter, die
Frau sehr hübsch, etwas mollig. Er eher ein Adeliger. Doch nach dem
ersten Abschlag änderte sich das Bild schnell. Er mußte gleich einen
Mulligan in Anspruch nehmen. Der Mulligan war um eine Spur besser, weil
er nicht so quer war, wie der erste Abschlag. Er landete rechts vor dem
Sandbunker. Die folgenden Schläge will ich lieber nicht so genau
beschreiben, aber sie hatten etwas sehr ruckartiges an sich. Er
erreichte mit sieben Schlägen das Grün und war über die vollbrachte
Leistung mehr als stolz. Der zweite Abschlag landete, gerade noch über
das Damen-Tee schlitternd, in dem verdienten Aus.
Bevor
er noch etwas sagen konnte, kamen schon besänftigende Worte von der
Frau Gemahlin. Ich muß noch erwähnen, daß ich ihm die Ehre ließ, da er
Sie ja auch am ersten Abschlag gehabt hatte. Mein erster und sein
zweiter Schlag lagen rechts vorne und in der Grube. Von dort arbeitete
er sich mühsam, Schlag um Schlag, zum Wintergrün vor. Ich versenkte
den Ball auf eine Entfernung von drei Metern ins Loch und schrieb mir
eine fünf. Am dritten Tee überließ ich im immer noch die Ehre, ganz
einfach, weil er sie sich nahm. Dementsprechend fiel auch der Abschlag
aus. Wieder ein wunderschöner Hook links ins Aus. Das Achselzucken
wurde schon etwas heftiger. Beim zweiten Abschlag drosch der vornehme
Herr schon etwas stärker auf die Kugel, der das aber gar nicht paßte
und sie bis zum Damen - Tee hoppelte. Insgeheim freute ich mich schon
auf das zweite Seidel Bier. Mit mehreren Schlägen erreichte man das
Wintergrün, wo man endlos puttete, sich aber, der Ordnung halber, noch
eine acht einschrieb.
Jetzt
endlich ließ er mir die Ehre, aber nur deswegen, weil er austreten
mußte. Mein Schlag war halbwegs in Ordnung, während er wieder seinen
verläßlichen Hook bevorzugte. Leider war auf diesem Paar vier links
auch wieder eine Outgrenze. Diesmal schlug er mit dem Schläger
aufgebracht zu Boden. Eine leichte Prellung der Hand war die Folge. Der
zweite Schlag war um nicht viel besser, nur deutlich mehr rechts ins
Wasser. Der Adelige begann zu mieseln. Ich konnte mein glucksendes
Lachen kaum unterdrücken. An dieser Stelle muß ich noch erwähnen, daß
er das vierte Loch wegen Sinnlosigkeit irgendwann abgebrochen hatte.
Mit einem zusätzlichen Strafschlag setzte er die Reise ins Ungewisse
fort, erreichte aber nicht alsbald das Grün, da er mit einem zu wuchtig
angetragenden Hammer zufällig einmal den Ball traf. Der Ball schoß über
das Grün hinaus ins Out. Jetzt kam ein leiser Fluch über die Lippen und
ein langes Suchen im Wäldchen folgte. Das putten verweigerte er aus
eher verständlichen Gründen. Er bockte jetzt etwas. Er ging beim
nächsten Abschlag auch nicht gleich zum Tee, sondern stieg auf einen
etwas abgelegenen Hügel, um dort in der Höhenluft mehrmals durchzuatmen
und um sich nachher die Schnürsenkel fester zu binden. Das half ihm
beim nächsten Abschlag leider nicht sehr viel, da er wieder, jetzt mit
einem perfekten Slice, in einem wunderrschönen hohen Bogen (jetzt griff
auch der Wind in das Geschehen ein) mit einem lauten " Platsch" im
Tümpel landete.
Sein
sich ärgernder Zustand ging jetzt in ein Murren über und in ein Schaben
der Füße. Man kämpfte sich unnachgiebig aufs Grün und puttete dort
wieder gekonnt mehrmals hin und her. Man war ja geistig schon längst im
Loch und freute sich daher über die vielen gekonnten Übungsschläge. Der
nächste Abschlag war wieder von einem übergenauen Hook geprägt, wobei
durch die Wucht des Schlages, nicht nur der Schädel, sondern auch der
Oberkörper in Richtung Ziel mitgerissen wurden. Der Adelige verlor
beinahe das Gleichgewicht. Im Sommer hätten wir diesen Ball im hohen
Raff sicherlich nicht gefunden. Es folgte Schlag auf Schlag und Ruck
auf Ruck. Das Ärgern und Kopfschütteln wurde auch immer wilder und
heftiger. Am neunten Tee konnte ich nicht mehr hinter dem Berg halten,
weil er jetzt schon bei jedem Schlag den Kopf nicht in einer
Ruhestellung halten konnte und ihn immer wider mit dem Schlag mitnahm.
Ich belehrte Ihn, doch endlich den Körper ruhig zu halten. Kaum waren
die Worte über meine Lippen gekommen, hätte ich mir am Liebsten diese
abgebissen, obwohl mich seine Frau mit einem Ausbruch der
Erleichterung, mit den Worten: "Na endlich sagt Ihm das jemand, mir glaubt er ja nicht!" tatkräftig
unterstützte. Ich war etwas erleichtert, da ja ein Ratschlag unter der
Runde so ziemlich das tödlichste ist, was man einem nicht so geübten
Golfer antun kann.
Dieser
Fall wog insoferne noch schwerer, da ich ja von dem Ehepaar eingeladen
worden war mizuspielen. Die Wirkung war fürchterlich. Der erste Schlag
lag wie immer verläßlich links im Out, leider noch vor dem
Damenabschlag. Dieser Schlag ließ mir die Schamesröte ins Gesicht
steigen. Ich wollte am Liebsten in den Erdboden versinken, leider war
die Erde zu hart gefroren und so ließ mich der liebe Herrgott noch
lange Buße tun. Sein zweiter Schlag riß Ihm dermaßen ab, daß er
senkrecht zum Abschlag in eine Menschengruppe auf dem elften Abschlag
raste, diese aber glücklicherweise nicht traf, weil eine davor liegende
Mulde die Wucht des Schlages jäh bremste. Anschließend hatte man das
Gefühl, daß er sich in der Mulde eingraben wollte, denn nach kurzer
Zeit war diese tiefer als vorher. Irgendwie schaffte er es dann doch
sich aus dieser üblen Lage zu befreien. Die Schwierigkeit war nur, daß
zum Fairway noch eine Baumreihe im Wege war. Diese bereitete ihm noch
längere Zeit gröbere Probleme. Mit dem sechsten, oder siebenten Schlag
lag er dann endlich wieder am Abschlag. Mit einem "so" schlug
er ab, als ob nichts gewesen wäre. Mit dem achten Schlag lag er dann
endlich, nicht unweit vom Damenabschlag, in einer halbwegs guten
Position. Er trieb den Ball dann noch zwei mal vor sich her, um ihn
noch weit vor dem, soundso nicht zu überwindenden Wasserhinderniss,
aufzuheben.
Von
diesem Augenblick würdigte er mich, überraschener Weise, keines Blickes
mehr. Ich schlurfte betreten, wie ein Dackel, demütig hinterdrein. Der
zehnte Abschlag kam mitten am Fairway zu liegen, aber leider am
achzehnten. Er entschuldigte sich dort artig bei dem Flight und setzte
von dort die Rupf- und Reißakrobatik fort. Er schaffte es bis zum Grün
das eigene Fairway nicht zu erreichen. An statt dessen mühte er sich
entlang des Raffs und Semiraffs langsam nach vor. Er hinterließ schwere
Kulturschäden. Im Bunker toppte er ,mit einer nicht vorher gesehenen
Genauigkeit, mit dem Sandwich den Ball so stark, daß dieser weit über
das Grün erst beim Abschlag elf zu liegen kam. Das Murren und Schaben
ging urplötzlich in ein Getöse über. Auch war das Fluchen bis zu
unserem Grün noch deutlich zu hören. Er spielte auch dieses Loch nicht
zu Ende. Vor dem nächsten Abschlag begann er auch, wie aus heiterem
Himmel, Unterkühlung vorzutäuschen. Seine Frau munterte Ihn immer
wieder auf und verwies auf den herrlich schönen Tag, die blutrote Sonne
im Süden und den aufgehenden mattgrauen, blassen, wasserfarbenen
Mond. Es wurde jetzt langsam, aber sicher, empfindlich kühler.
Der
Adelige fing zu frösteln an und zeigte dies auch deutlich. Durch das
dauernde Herumstehen wurde meine Lust auf das Golfspielen auch nicht
gerade gesteigert. Da der Adelige immer stärker zu frösteln begann,
wurde sein Aufschwung am 11.Tee eher zu einer Zitterpartie. Bevor er
noch den Abschwung einleitete, hatte ich mich schon abgewendet, da ich
im Unterbewußtsein spürte, daß hier etwas fürchterliches geschehen
werde. Da ich nach geraumer Zeit das satte Balltreffgeräusch noch immer
vermisste, mußte ich mich notgedrungen, auch aus Sicherheitsgründen,
langsam und vorsichtig dem Abschlag zuwenden. Jö, was sah ich da ganz
jungfräulich auf dem Tee liegen: Einen Golfball! Seitlich
davon, in einem Respektabstand, eine schwere Graswunde. Sie dürfte
wieder einigen Ameisenfamilien das Leben gekostet haben. Hier endet
überraschenderweise dieser erquickliche Golfnachmittag. Der Adelige
ging grußlos ab, das Arbeitsgerät hinter sich lassend. Gottseidank
erbarmte sich die Frau des Golfgepäcks. Sie zog es in meiner
Begleitung, leise murrend, der Abendsonne entgegen. Die herrliche
Natur, das Summen der glücklichen Insekten und das lustvolle
Gezwitscher der Vogelwelt ließ mich all die unliebsamen Vorfälle des
Tages vergessen und mich zielgenau einem kühlen Krügel Bier zustreben.

