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Ein Grillabend mit Walter und Hertha

Die 16 wichtigsten Punkte über das Grillen! An heißen Tagen gehört Grillen und Bier einfach zusammen.

Endlich hat die Grillsaison wieder begonnen. Daher ist es wichtig, daß wir uns ein paar Punkte in Erinnerung rufen - über die Regeln und die Kunst des Grillens. Wenn es um´s Grillen geht, da werden Männer zu richtigen Männern. Hier setzt ihr Urinstinkt nach Jagd, dem Zerlegen der Beute und schließlich das Garen des erlegten Tieres ein. Es wird einfach noch an das Überleben der Art gedacht. Hier ist außerdem eine gewisse Gefahr - schon wenn Man(n) die Holzkohle entzündet. Auch beim Einkauf sind ein paar notwendige Dinge zu beachten.


  1. Hertha geht einkaufen. Sie besorgt alles, was zum Grillen notwendig ist. Walter wartet inzwischen geduldig im Auto. Hertha beginnt die Sachen im Kofferraum zu verstauen. Walter hat Zeit. Bei den Bierkisten hilft Herta ein netter Zeitungsverkäufer. Das sieht Walter gar nicht gerne. Erschöpft läßt sich Hertha auf den Beifahrersitz fallen. Walter: Hast eh nix vagessn, net das i noamal fahren muaß! Hertha schaut auf der rechten Seite zum Fenster hinaus. Sie wirkt etwas abwesend. Zu Hause angekommen, beginnt Hertha gleich mit dem Entladen des Wagens. Walter geht in die Wohnung, nimmt das Fernsehprogramm in die Hand und stellt fest, daß es am kommenden Samstag keinen sehenswerten Film gibt. Somit steht einem Grillabend nichts mehr im Wege. Hertha räumt nun langsam alles nach-einander ein und verstaut auch die Bierkisten. Walter prüft anschließend die Eiskästen und die Speiskammer. Mit den aufmunternden Worten: "Hast eh net vagessn den Kofferraumdeckl zum zuamachen?" verabschiedet er sich zum Würstelstand um die Ecke. Dort wartet schon ungeduldig ein Hirter Bier. Hertha geht in die Speis und gönnt sich ein Schnäpschen aus Walters Beständen. Anschließend markiert sie die Flasche neu.

  2. Hertha holt den Griller aus der Garage, dann die Holzkohle, den Spiritus und für die „Erste Hilfe“ eine wirkungsvolle Brandsalbe.

  3. Walter steht im Garten, saugt an einem Bier und überlegt sich, wo er den Griller am Besten hinstellen kann. Nicht zu Nahe beim Haus, wegen des eventuellen Funkenfluges und des Rauches. An die weiten Wege für Hertha hat er dabei nicht gedacht. Sicherheit geht schließlich vor. Die erste Flasche Bier ist fast leer.

  4. Hertha stellt den Griller auf den befohlenen Platz. Danach macht Hertha den Salat, dünstet Gemüse, schneidet Zwiebel, schält Knoblauch, würzt das Fleisch und richtet Kartoffelscheiben her. Zusammen mit einer kalten Flasche Bier trägt sie die ersten Utensilien in den Garten zum Griller. Ein echt weiter Weg.

  5. Hertha übergibt Walter das Bier und hilft beim Anzünden der Holzkohle, während Walter sich ein paar kräftige Schluckerln gönnt. Indes Walter kurz sein Bier absetzt, gibt er die letzten Anweisungen: "Geh Schatzi moch scho, des brennt no net, gib mehr Spritus drauf!" (sollte Spiritus heißen) aber Walter lallt schon leicht: "Sei do net so umständlich!" Hertha ärgert sich leicht und meint mit röter werdendem Gesicht: "Hearst tu a wos, die Gäst kumman glei!" Solche Worte mag Walter nicht. Zur Sicherheit trinkt er noch rasch die zweite Flasche Bier aus. Danach meint er mit leicht geschwollenen Kabeln: "Die Hitz macht urndli durstig.....jöh jetzt brennts sche! Jetzt könn ma anfangen, geh Hertha sei so lieb und bring des Fleisch und a no a Bier, bevur i vadurscht!"

  6. Hertha bringt das Bier und auch das Fleisch. Walter greift zuerst nach dem Bier, macht einen Schluck und ..........setzt sich nieder.

  7. Das ist der wichtigste Punkt, denn Walter legt jetzt.................. eigenhändig das Fleisch auf den Grill. Entkräftet gönnt er sich wieder einen tiefen Zug aus dem neuen Flascherl und schaut dabei Hertha sehr glücklich an.

  8. Routinehandlung: Hertha bringt nach und nach alles Vorbereitete zum Grillplatz..... am Ende des Gartens. Nach zwanzig Minuten wirkt sie etwas müde und abgespannt, während Walter, den Kopf seitlich geneigt, auf die Holzkohle bläst. Der Wind treibt Walter einige Rauchschwaden ins Gesicht. Er hustet aber nicht mehr als sonst. Diese Kraftanstrengung macht durstig und Walter trinkt das dritte Flascherl in einem Zug aus. Während Walter das leere Flascherl seitlich, ohne es anzuschauen, zu Hertha hinbaumeln lässt, macht Hertha, während sie nach dem Flascherl greift, Walter leise darauf aufmerksam, daß das Fleisch am anbrennen sei.

  9. Walter dankt mürrisch und während er ein Stück Fleisch im Munde kaut, zeigt er mit dem Zeigefinger auf das leere Flascherl und streckt den Daumen nach oben. Hertha begreift geflissentlich, daß es sich hier nur um eine neue Bierbestellung handeln könne. Hertha kommt alsbald glückstrahlend, mit einem neuen Flascherl Bier in der einen und einem doppeltem Schnäpschen in der anderen Hand, zurück. Sie hat sich auch für den großen Augenblick etwas frisch gemacht. Walter reißt Hertha etwas stürmisch, mit den Worten: "Heast, wüllst mi vadurschtn lassn!" das Bier aus der Hand, steht auf und setzt das kühle Nass an seine Lippen. Nach einem langen Ahhhhhhhhhh, unterbrochen von einem kaum hörbaren Rülpser, klopft er sich auf die Brust.

  10. Jetzt kommt der aufregendste Moment des Grillabends: Walter setzt sich wieder nieder und nimmt das Fleisch vom Grill. Hertha ist ganz angetan von dieser Leistung und gönnt sich das mitgebrachte Schnäpschen. Sie versteckt das leere Glas hinter ihrem Rücken, beugt sich zu Walther vor und gibt ihm ein Küsschen. Walter ist ganz gerührt und verabreicht sich sogleich wieder einen tiefen Schluck aus der Hülse.

  11. Wieder Routine. Hertha arrangiert die Teller, den Salat, schneidet Brot auf, legt die Servietten vor, rührt nochmals die Saucen um, während Walter, schon mit etwas ungeschickten Händen, das erste Steak ins Gras, statt auf den Teller versenkt. Hertha schaut instinktiv weg, während Walter versucht das vor ihm am Boden liegende Stück Fleisch mit gezielten Stichen auf das dafür notwendige Gerät zu bringen. Nach einigen Fehlversuchen hört man ihn, während sein Kopf immer röter wird, murmeln: "Na hearst, des gibt’s do net,......... des Rindviech lebt ja no........bleib stehn!!!!" Ermattet richtete er sich auf, nachdem er das inzwischen etwas ramponierte Stück Fleisch aufgespießt hatte. Anschließend nimmt Walter gleich wieder eine unbedingt notwendig gewordene Stärkung, in Form eines Bieres, zu sich. Leider war die Flasche, nach seinen launigen Angaben, inzwischen verdunstet. (Er hatte sie aber ungeschickterweise mit seinem Fuß umgestoßen).

  12. Hertha stellt Walter flugs eine neue Flasche Bier hin, da Sie in der Zwischenzeit den Rest der Bierkiste heimlich in einem nahegelegenen Gebüsch versteckt hat. Walter war noch immer mit dem Putzen des ersten Stückchen Fleisches beschäftigt, als ihn neuerdings der Durst übermannt. Vom Nachbargrundstück hört man leise Marschmusik. Die Flaschen hoch, der Walter dicht geschlossen.... Walter summe leise mit. Sein Gesicht bekommt einen merkwürdigen Glanz. Mit dem treffenden Wort: Jawoi! steht er ruckartig auf, grüßte kurz mit dem Flascherl in der Hand, um dieses gleich wieder in einem Zug zu leeren. Mit einer einladenden Handbewegung ruft er den Nachbarn zu: "Kummt´s umma!" und setzt sich anschließend ……… fast auf den Griller. Gott sei Dank bugsiert Hertha Walter geschickt zur Seite, daß Walter doch noch den Sessel trifft. Walter macht schon einen etwas abgespannten Eindruck.

  13. Nach dem Schmausen räumt Hertha den Tisch, bringt alles zurück ins Haus und beginnt mit dem Abwaschen, während Walter mit der, leider schon wieder umgefallenen Bierflasche und mit seinem zweiten, überraschenderweise auch etwas leicht angebruzelten Stück Fleisch, noch immer kämpft. Da es aber schon dunkel ist, kann er das nicht mehr sehen. Schmecken sowieso schon lange nicht mehr. Walter versucht hochzukommen, zieht es aber nach einigen sinnlosen Versuchen vor, doch sitzenzubleiben und artig, mit verschränkten Händen, auf Hertha zu warten. Nach etwa einem guten halben Stündchen kommt Hertha, etwas abgekämpft, wieder zum Tatort zurück. Sie erkennt an der Gestik von Walter, daß dieser schon längere Zeit größeren Durst verspürte. Artig reicht Hertha Walter seinen letzten Schlummertrunk, den er sogleich gierig zu saugen beginnt. Diesen angenehmen Augenblick nützt Hertha um sich mit einem dicken Schmatz bei Walter für die tollen Kochkünste und dem gelungenen Abend gebührlich zu bedanken. So was mag Walter. An den roten Wangerln merkte man auch, daß Hertha schon wieder klammheimlich, zumindest ein Schnäpschen, während der aufreibenden Küchenarbeit, zur Brust genommen hatte. Gott sei Dank wird das Walter nie erfahren. Sie benützt diesen angenehmen Augenblick um Walter etwas zu fragen, was ihr schon lange auf der Zunge brennt. Diplomatisch wie sie ist, lobt sie Walter nochmals, wegen seiner exzellenten Kochkünste und während sie ihm sanft über die Schultern streift, fragt sie Walter: "Sag Walta, wieso san deine zwa Buam eigentlich so maga und zierlich, obwohl du doch so guat kochst, schau mi an?" Walter wird sehr nachdenklich und nachdem er sich gefaßt hat, sagt er mit leiser Stimme: "I muaß da ehrlich sag'n, i was a net warum!"

  14. Auch alle Anderen loben nun Walter ob seiner einmaligen Grillkünste und danken mit einer Gegeneinladung für den wundervollen Abend

  15. Walter hat noch immer Durst und will urplötzlich eine Rede halten. Hertha hilft ihm auf und Walter setzt zu seiner Rede an:......"Hoit, vurher brauch i no an Mutschluck!" Hertha führt ihm die, schon wieder fast leere Flasche, zum Mund. Eigentlich hat Walter gar keinen Durst mehr, das war aber in diesem Fall egal, weil Walter weder einen Schluck macht, noch eine Rede hält. Einfach weil seine Beine versagen und er langsam, unter dem unpassenden Worte: Hoppala! von den starken Armen seiner Freunde begleitet, auf den Sessel sinkt. Walter schaut wehleidig in die Runde und meint, nachdem er noch einmal kräftig durchgeatmet hat: "Ihr wisszas eh wie is man...... i glaub des war heit a bisserl zuvü für mi!" Mit diesen einprägsamen Worten verabschiedet sich Walter für diesen Abend.

  16. Die Gäste gehen abgefüllt und bestens gelaunt nach Hause. Nach geraumer Zeit bringt Hertha Walter stützend in das Haus. Auf dem Weg schaut Walter Hertha liebevoll an und sagt: "Gel Schatzerl, des hat da heut gfalln…….. amoi..... net kochen z`müassn!" Hertha zieht, ob dieser unpassenden Bemerkung, ein leichtes Schnoferl, was aber gleich Walter wieder bemerkt. Und mit den Worten........."Eich Weiban kann man aber a nix recht machn"..... knickt Walter ein. Hertha nimmt Walter fest am Ärmel und sagt: "Hättst mi ja net heiratn miassn....... damals!!!! Kumm Walter jetzt gönn ma uns no gemeinsam a Schnapserl!!!!!! Alta Depp!!!"

Wolfgang E. Schulz am 1.8.07 in der Nacht