Wiesn-Zähler

Noch bis zur nächsten Wiesn

Namenstag

Gestern : Erich, Erika, Johannes I., Felix
Heute : Ivo, Yvonne, Kuno
Morgen : Bernhardin, Elfriede,Mira
Was esse ich am liebsten?












Ergebnis

Bierzeitung

Oktoberfest - Geschichten

Der Zahlmeisterei eines Inf. Ers. Batl./Oktober 1941

Für uns Nachkommen ist es interessant, welche Probleme man damals hatte!

(Sollt' es Dir nicht behaglich sei,
das Kindlein uns'rer Muse,
dann bitte laden wir dich ein,
das nächtemal machst Du'se !!)

 

Zum Geleit !

Wenn man so vom frühen Morgen, bis spät abends tüchtig schafft,
Dann hat man mit Ärger, Sorgen, viel verbraucht von seiner Kraft.
Da am nächsten Tag ja wieder Arbeit kiloweis' bereit,
sucht am Aend darum jeder, Unterhaltung, Zeitvertreib !
Dieser sieht stets nach dem Rechten, wie der Wein schmeckt in ......,
Jener sucht in lauen Nächten, Anlehnung an eine Frau !
And're bleiben in der Klause, nehmen siebzehn Blatt Papier,
schreiben stundenlang nach Hause, ach mein Herz gehört nur Dir !
Und so richtig ! Jeder bleibe in der eigenen Facon,
aber einmal monatsweise, gibt es dafür kein Pardon !
Das ist Kameradschaftsfeier ! Und hinunterspülen wir,
allen Ärger, Dienstgeleier, mit ein Glaserl Einheitsbier.
Noch ein Wort: Das ist die Zeitung; sie soll nicht nur heute hier
Dienen uns zur Unterhaltung, einen Grund gibt's noch dafür !

Nicht mehr lang, dann werden scheiden, G.v.F.-Soldaten und
K.V.I's, die sich so scheuten, vor dem blauen Kragen-Grund.
Sitzen die dann tief in Russland, fern der Heimat unrasiert,
Dann sei diese Schrift ein Treu-Pfand, dass man Freunde nie verliert !

Wenn schon im zivilen Leben einen Menschen muss es geben
Der die andern führt und leitet, beispielgebend voranschreitet,
so erst recht beim Militär, braucht man solcher Führer mehr.
Denn, wo käme man schon hin, ohne Ordnung, Disziplin.
Und hier liegt ein Hund begraben, hört man oft den Laien sagen:
Disziplin die braucht die Truppe, bei Verwaltung ist dies schnuppe,
die Verwaltung braucht dafür, Tinte, Feder und Papier!
Nein, das ist grundfalsch geraten, wir sind keinen Bürokraten,
allerdings statt exerzieren müsen wir Papier verschmieren,
bringen geld in den Verkehr, stellen s'Essen täglich her,
regeln die Bekleidungswirtschaft und betreuen die Gefolgschaft.

Unser Leitwort wissen  wir: „Tür die Truppe sind wir hier" !
Denn wie könnten Gruppen siegen, wenn sie nichts zu essen kriegen,
und war würde man uns sagen, wenn Bekleidung möchte' versagen,
oder wo käm' die Stimmung her, wenn der Sold nicht pünklich wär ?
Nun kann jeder wohl verstehen, welche Arbeit muss geschen,
und dass nur ein starker Mann, die Verwaltung leiten kann,
Dieser Mann ist unser Meister: Unser lieber Stabszahlmeister !

Streng soldatisch und gerecht, scharfes Aug' für gut und schlecht,
Bestes Vorbild den Soldaten, die bei ihm zu dienen hatten,
Unermüdlich, täglich, stündlich und dabei besonders gründlich
hat er uns gezeigt, belehrt, hat verbessert was verkehrt,
und was ist denn schon geschehen, was der Chef hat nicht gesehen ?
Kaum gedacht, jetzt ist er fort, ist er ja schon wieder dort,
Pünklichkeit ist seine Zier, immer ist er früher hier
wie die schlimmen K.V.I., denn die möchten in der Früh'
schlafen bis dreiviertel Zehn und dann erst zur Arbeit geh'n !
Ja, es gibt so manche Sachen, die dem Chef nicht Freude machen;

In der Verpflegung fort man am rechten Ort den richt'gen Mann
Und das mit Recht; bei tausend Magen gibt es so ungezählte Fragen.
An Bratlingspulver ist ein Mehr, (das kommt von der Beliebtheit her),
bei Dauerwurst natürlich Schwund, doch dafür kennt man ja den Grund !
Die Wirtschaft kann man nicht gebrauchen,
ws nützt denn hier zusammenstauchen.
Dass dies ein zweitesmal nicht gibt, da hat der Chef sofort ver.....
Den Bratling gibt man einfach aus, als Zusatzkost zum Sonntagsschmaus,
dafür entfällt das Flascherl Bier, und die Ersparnisse bleib'n mir !
Denn schliesslich ist man ja bedacht, dass Gruppenkost auch Kräfte macht:
Man weis doch wie Soldaten sind: Sonntag mit ‚nen schönen Kind
Geht es hinaus auf Flur und Heide, zu sammeln neue Kraft durch Freude;
Und wenn er ihr durch seine Kraft, recht viele süsse Stunden schafft,
dann war nicht nur allein der Mann, nicht nur die Liebe schuld daran,
dass ohne Pflicht, ganz ungezwungen, so grosse Leistungen errungen,
da muss man auch gerecht bekunden, das ist durch Bratling nur gelungen !

Und dann die Wurst ! Oh grosse Not, da ärgert sich der Chrf noch tot.
Einmal ein Schwund, dann wieder mehr, wo kammt die Differenz nur her ?
Der Haase und der Oklmann, die werden täglich fünfmal dann,
im Kreuzverhör zu Tod' geschunden, doch wurde nicht der Grund gefunden.
Und für die Folge war'd befohlen: Die Wurst ist sogleich herzuholen,
und bleibt tagsüber hier bei mir; am Abend aber schliessen wir
die Wurst in einen Koffer ein, der hansmann träg sie mit mir heim,
am Morgen tragt er's wieder 'rauf, und alle Sorgen hör'n sich auf !

Wie Verpflegung, grad so wichtig, ist Bekleidung, das ist richtig.
Klar, ein solches Sachgebiet, bringt viel Ärgernisse mit,
und es klingt auch hier zum Hohn, Undank ist der Welten Lohn
Zu den schönen Stoffgamaschen, sag'n die Leute Nabelfaschen,
und der Waffenrock mit nichten, wird mit Zwangsjacke verglichen !
Ja das könnte man ertragen, Humor muss der Soldat schon haben,
doch eins geht bestimmt zu weit, und zeigt nicht von Sparsamkeit:
Das ist Halbsohlenverbrauch, da hört sich Kameradschaft auf
Und es beginnt in strengster Form, die dienstliche Verrechnungsnorm !
Ein K.V.I. war'd ausersehen, am Truppenübungsplatz zu gehen,
erhält die Weisung „streng geheim", zu suchen in ganz Döllersheim
von alten Schuhen Absatzflecken, gebrauchte Nägel, Schusterzwecken,
die and'rer Truppen nicht mehr braune, die nimmt man weg vom Abfall
trägt sie in ein Verzeichnis ein, die Liste muß gefertigt sein, haufen,
von einem Offizier, -ganz klar, dass auch nicht mehr zu finden war.
Bestimmen Sie dann ein Kurier, der bringt die Sachen her zu mir.
Doch lassen sie sich nicht verleiten, ‘nen alten Absatz schon beizeiten
Zu reservieren für's Zivil, denn ws zuviel ist, ist zuviel !
Und ausserdem: Sie wissen „Glatz" hat immer noch für einen Platz !
Der K.V.I. sagt zehnmal ja, lässt die Versicherung noch a,
nicht nur die Truppen zu besuchen, auch bei den Flickenschustern zu suchen
in Göpfritz, Thaua, Allentsteig, nach altem, unbrauchbarem Zeug.
Dann ist er weg. Der Chef er hofft, dass plötzlich jemand unverhofft
Ne Kiste alte Sachen bringt, doch nichts dergleichen, es verrinnt,
geraume zeit; beis eines Tages, Wcikhart mit ‘nen Schrieb des Stabes
vor dem Chef tritt wie befohlen: „Hiller schreibt von 50 Sohlen"
Freude hat der Chef gepackt, „schau'ns ich hab's ja immer g'sagt,
ja der Hiller, der ist faktsich in jeder Hinsicht, immer praktisch !
Nun hat Wcikhardt wieder's Wort: Wann schicken wir die Sohlen fort ?
Seine Augen wurden grösser, seine Wangen wurde blässer,
es kommt kein Wort aus seinem Munde, lange Zeit ist Schrecksekunde.
Ringt nach Luft und endlich dann, geht das Donnerwetter an:
„Schaun's ich hab's ja gleich gesagt, dass der Hiller mir versagt,
ein so ein junger K.V.I., der arbeit't nur mit Theorie.
Na den werd' ich zusammenstauchen, drei Tag' lang wird der Kopf ihm rauchen.
Wenn man Standort ausmarschiert, gehör'n die Schuhe repariert !
Von mir aus können's barfuss laufen, oder selbst die Sohlen kaufen,
und sein's versichert, - oberdrein, - sperr' ich die ganze G'sellschaft ein.

Doch nun Schluss; wir konnten sehen, wahre Dinge die geschehen,
und wir wissen ja bestimmt, dass der Chef nichts übel nimmt,
Heute gibt's mal keine Sorgen, denn Kater kommt erst morgen.

===

Von Beruf ein Rechtsverdreher, im Zivil Gerichtsvorsteher,
K.V.I. beim Militär, von Schärding kam er zu uns her.
Militärisch nichts zu sagen; nur den Dolch sollt' er nicht tragen
Wenn er Stiefelhose trägt, da wird's Koppel angelegt.
Doch privat kommst Du nicht d'raus, zieh' nun die Klamotten aus
Und lass Dich auf Herz und Nieren einmal richtig durchkurieren.
Paragrafen sind ja richtig und für dich beruflich wichtig,
doch gehst du privat mal aus, dann lass' die Pragrafen z'haus,
lernst du wo ein Mädchen kennen musst du sie halt einfach nehmen,
ist der Busen nicht aus Watte ? und ob sie ein Kind schon hatte,
ist ihr Blindarm schon geschnitten ? Ist der Nabel in der Mitten ?
Hab'n sie Narben wo am Leib ? Sind die Hüften nicht zu breit ?
Hab'n sie schön geformte Waden ? Geh'n sie doch auch öfters baden ?
Sind sie jüdisch oder arisch ? Sind Geschwister vielleicht narrisch ?
Vielleicht einen kleinen Knaben, wo sie keinen Vater haben ?
Ja mein lieber Doktor Leithner, so kommt man bei Frau'n nicht weiter.
Jede Frau möcht' sich mokieren und es kann dir leicht passieren
Dass dir eine lächelnd sagt: Vieles hab'n sie mich gefragt,
doch auf ein's hab'n sie vergessen: Wie mein Stuhlgang heut' gewesen !
Also hör' das Fragen auf, schliesslich kommst ja selber d'rauf,
ob sie noch die Unschuld hatte, ob der Busen nicht aus Watte,
und von wegen Kindersegen brauchst du dich nicht aufzuregen,
bist du auch icht der Papa, drück' die Augen zu, sag' ja,
du weißt doch dass die Leidenschaft, so viele süsse Leiden schafft.
Die Vaterschaft nimm ruhig hin, im volksgemeinschaftlichen Sinn !
Hättest Du trotz meiner  Mahnung, immer noch zu wenig Ahnung,
wie man Frauenherzen nimmt, ann bekommst du Rat bestimmt
von dem Mann, der Spezialist in diesem Agenden ist,
der führt jede Frau am Band: Das ist unser DINGL-DANGL.

===

Ganz besond'rer Dank gebührt, dem Mann der die Bekleidung führt !
Denn wie früher, so auch heute, Kleider machen immer Leute.
Und dass wir gut ausgesehen, muss doch jeder eingestehen.
Jeder weis doch ganz genau, dass sein Glück bei jener Frau,
letzten Endes ganz enorm, bedingt war durch die Uniform !
Selbst ein Rausch, der sonst sehr wackig, wirkt in der Montur fast zackig.
Darum stossen wir nun an, auf dein Wohl Bekleidungsmann !!
Das war Dienst ! Doch jetzt privat, man doch auch zu reden hat !
Keiner hier in uns'rer Runde
Ist so glücklich diese Stunde,
unbeweibt sitzen wir hier,
zum grossen Unterschied von Dir !
Ach du bist so wohl geborgen,
für dich gibt es keine Sorgen,
Sie trägt alles nur für dich
Dein Haustorschlüssel sicherlich
Mit Geld hast du der Sorgen wenig,
sie hat die Mark, du hast den Pfennig,
du kommst nach Haus, bist abgespannt,
denn Arbeit hast du allerhand,
dann liegt ein Zettel auf dem Tisch:
„Im Ofen brät ein halber Fisch,
ein Flascherl Bier steht auch dabei,
(Zur Häfte voll, -- sie war so fein).
Geh' noch zum Greisler und kauf' Brot,
schlag' dann die vielen Fliegen tot,
dann schau' Dich in der Wohnung um,
es liegt ja Arbeit viel herum,
mach' dir um mich nur keine Sorgen,
trag' Kohlen rauf für übermorgen,
ich bin im Kino: - Konrad Veidt
und tausend Bussi, Adelheid" !!

= = =

.... und noch ein K.V. Inspektor !

Grösse ist einsneunundsechzig, die Figur ein wenig schmächtig,
treue Augen wie ein Hund, und das ist nicht ohne Grund,
denn erliebt die Frauen treu, täglich eine and're neu !
Seine Haare sind brünett, legt sie morgens stets adrett,
und mit viel Geschick zusammen, denn es sollte niemend ahnen,
dass sein Haar zur neige geht; mancher and're dies versteht,
wie zum Beispiel Doktor Leithner, ach den wundert das nicht weiter,
da sind sie doch Kameraden, da beide schon enttrümpelt haben.
Doch so kleine Kümmernisse, machen nicht Gewissensbisse,
and're Sorgen hat der Mann was man auch verstehen kann,
denn er ist noch ungebunden, hat sich sets noch durchgewunden
zwischen weichen Frauenarmen, nein, er hatte nie Erbarmen
selbst wenn eine noch so heiss, bettelte recht lieb und leis':

„Ferdinand, du heiss-Geliebter, werde endlich mein Gebieter,
Ferdinand, so schöne Dinge, standesamt und Eheringe !
Doch der Ferri weis genau, schöne Dinge mit ner Frau
Macht man nicht auf lebenslänglich, Liebe dauert nicht unendlich !
Franzi, Herma, Steffi, Trude, waren schon auf seiner Bude,
kennen dort sein rotes Licht, wissen wie zu Frau'n er spricht.
Aber keine kam noch weiter, da ist Ferri wieder g'scheiter.
Fühlt sich eine dropb verletzt, sie den Ferdinand versetzt,
Doch das stimmt ihn hcöhstens heiter,
sagt zu ihr: „Ach geh' schon weiter,
pack' dein Nachthemd in ein Packerl,
und zum Abschied: Pfüat di Gott Lackerl.
Ja das ist schon sein prinzip, wenn es schlechte dinge gibt,
wo ein and'rer schon verzagt, ihm noch keine Regung packt,
niemals hat er sich erregt, was gibt's schon, was ihm bewegt ?
Sein Wahlspruch ist bei jedem Hackerl: Pfüat di Gott, Lackerl !

Einige Proben:

Ferri sucht schon lange Tage,
mit viel Mühen und mit Plage
nach einem guten Flascherl Wein,
endlich fand er's, tragt sich's heim,
da oh Schreck !! Tschin, Bum, Tara,
er liegt in ganzer Länge da !
Steht auf, packt d'scherben in ein Packerl,
nimmt weinend Abschied: „Pfüat di Gott, Lackerl !

Ein Mädchen nimmt er mit nach Haus,
zieht mit der Zeit ihr's Kleiderl aus,
weil man's doch sonst so sehr verdrückt,
und es jetzt keine Kleider gibt !
Dann möchte' er weiter, sie sagt nein,
schön sittsam sein, sonst geh' ich heim !
sagt Ferry: Ach, zieh an dein Jackerl,
und geh' brav z'haus: Pfüat di Gott, Lackerl !

Er steht am Heulos in der Nacht,
und küsst mit einem Mädchen sacht,
da kommt ein Hund, schmiegt sich an ihn,
und wie schon solche Hunde sind,
hebt hoch ds Bein, jetzt wir es krass,
und Ferdinand spürt plötzlich nass !
Er schaut hinunter, sieht ein Dackerl:
Und sagt phlegmatisch: „Pfüat di Gott Lackerl !

Bei einer schönen Frau zu Gast,
was schliesslich einen jeden passt,
da gab es Brötchen, Bier und Wein,
und nachher , ---- war man ganz allein !
Wie er am Morgen wankt nach Haus,
zieht er die Konsequenz daraus:
Jetzt hat's vier Wochen halt ein Hackerl:
Da kann man nix machen, Pfüat di Gott Lackerl !

= = =

Ehret die Frauen, sie flechten und weben,
Himmlische Rosen ins irdische Leben !
Dieses Wort hat er besungen, in der Liebe ersten Stunden,
doch wehe wenn sie losgelassen, dann ist nicht damit zu spasse,
dies hat  er erfahren müssen, kurz nach seinen Hochzeitsküssen,
„Lutz, ich muss Dir leider sagen, mein Mantel ist schon abgetragen,
bitte Lutz sei nicht unmöglich, den neu'n erwarte ich mir täglich" !
(schreibt er): „Du mein holder Engel, (denk er) jetzt bin ich der Hengel.
Einen Mantel ? Selbstverständlich ! (Nein, sag'n wäre doch zu schändlich),
Für mein Puppi, süsse Pein, muss ein Persianer sein.
Und nun plagen ihn die Sorgen, spät am Abend früh am Morgen
Vierzehn Tage er gedöst, doch nun ist's Problem gelöst !
Hunde, Katzen, Ratten, Mäuse machen ihre letzte Reise,
Eichhörnchen sind hoch im Wert, denn ihr Fell ist sehr begeht,
nicht mehr lange brauch er jagen, wir sie einen Mantel tragen,
niemand aber ahnt den Grund, für den grossen Haustierschwund !

= = =

Zimmer Nr. 9

Ruft man jetzt die Nummer neun, da kann es dann öfters sein,
dass die Nummer unbesetzt, weil das Personal grad schwätzt.
Ja, das sind halt solche Sachen, die soll man zu Hause machen,
nicht im dienst mit Frau'n poussieren, und dabei den Kopf verlieren !
Schliesslich kommt's Gehalt vom Staat, dafür man auch Pflichten hat !
Salinger erbittet Rat, ob sie eine Freundin hat,
die mit ihm die Zeit vertriebe, er hat Sehnsucht nach viel Liebe.
Denn er ist jetzt in den Jahren, wo sich Männer gerne paaren,
ausserdem noch frank und frei, Liebe also sündenfrei.
Eine Frau zu nehmen sich, ganz in Ehren, bürgerlich,
liegt ihm nicht; denn sonst heisst's:
Herr, eine und sonst keine mehr !

Doch der Slinger, ihr Lieben, der fischt gerne nur im Trüben,
einmal gross und einmal klein, einmal mollig, einmal fein,
aber keinenfalls auf ewig, da bleibt er schon lieber ledig !
und Frl. Eigl sagt: „Mein Herr, das ist wirklich furchtbar schwer,
denn in Iglau, bitte sehr, geb'n die Mädchen sich nicht her,
nur für ein paar süsse Stunden,
denn nachher dann die grossen Wunden,
sind zu heile furchbar schwer; drum uss treue liebe her,
Drum mein Herr Bürokollege, beschreite nur nicht solche Wege,
bleib am Pfade der Moral, schafft dir Liebe keine Qual,
nimmt mit Lust Dir eine Maid, die zum Heiraten bereit,
überlege nicht zu lange, denn sonst wir ihr Angst und bange
und sie denkt zu guter Letzt' bleib ich Jungfrau, wird' versetzt.

Und dann ist sie ganz allein, welche Qual und welche Pein,
Sehn' sie mich an, junger Mann, leb' allein, nur dann und wann,
geh' ich auch mal' abends aus, lass den Hautorschlüssel z'Haus.

Komm ich bei der Tür nicht 'rein, steig ich hatl beim Fenster 'nein.
Und er denkt: Hätt' nie gedacht, dass das diese Frau auch macht,
doch sie gibt ihm die Erklärung:
Gewohnheit war's und jetzt Bewährung.
Was man in der Jugend macht ,wir auch später oft vollbracht.

= = =

Der Rechnungsführer vom Stab,

einmal ausserdienstlich gesehen,
wenn er - wie oft - ein Pech hat.

 

Jüngst stand er mal, vor einem Haus,
da beutelt man die Betten aus,
dann fliegt ein schwerer Blumentopf,
beim Weitergehn ihm auf den Kopf !
Es folgt dann noch ein Wurfgeschoss,
mit dem man blumen grad begoss,
aus einem Fenster stürzt ein Kind,
ihm vor die Füsse grad geschwind,
da ruft er voller Schrecken, und schaut hinauf zum Dach:
„Ich bitt' schön ist das alles, oder kommt noch etwas nach ?

Er nahm sich eine neue Frau,
er hat nicht hin'gschaut ganz genau,
drum hat er in der ersten Nacht,
ganz fürchterliches mitgemacht.
Die falschen Zäh'n legt sie in Glas,
dann schraubt vom Busen los sie was,
sie legt noch ab das reiche Haar,
das vom Friseur geliefert war,
da macht der arme Bach, natürlich einen Krach:
„Ich bitt' schön ist ds alls, oder kommt noch etwas nach ?

Er wartet einmal, tief bewegt,
ob sich's im Nebenzimmer regt,
denn heute zieht der Storch dort ein,
wird's Mädi oder Bubi sein ?
Die Madam schreit: „Hier eine Maid,
doch dann ertönts nach kurzer Zeit,
Herr Bacher, Mädchen Nummer zwei,
da ist's mit seiner Ruh' vorbei.
Er rauft sich seine Haare, und ruft voll Schmerz ganz schwach:
„Ich bitt' schön ist das alles, oder kommt noch etwas nach ?

Nen Urlaub gibt's, nach einem Jahr,
solang er bei der Frau nicht war,
sie war vom Eros unberührt,
nur ein gewisses Etwas spürt.
Ganz bang liegt sie im Ehebett,
ds licht hat er verlöscht diskret,
dann küsst galant er die kleine Hand,
worauf er umdreht sich zur Wand.
Da tönt der Gattin Stimme, ganz leise durch Gemach:
„Ich bitt' schön war das alles, oder kommt noch etwas nach ?

= = =

Liebe mit Hindernissen, oder Küchenbuchführers Leid
und Freud wegen bisserl Seligkeit !

Schenkt man sich Rosen in Tirol, weis man was das bedeuten soll,
isst man schon Hering fürh am Borgen, bedeutet dies meist Katersorgen,
schleicht man herum, gebeugten Rücken, sieht alles mit umflorten Blicken,
dann es nur eine Lösung gibt: Der Mann ist unglücklich verliebt !
Wie eigen ist es auf der Welt mit Männerherzen doch bestellt:
In Linz gab's Frau'n im Überfluss und ganz ohne Verlobungskuss
Konnt man in weichen Frauenhänden das Wochenende so beenden,
dass man mit Not und vielen Mühen, heimgewankt mit schlappen Knien.
Trost in diesen Herzensqualen, waren die Verhältniszahlen.
Liebe war das freilich nimmer, man sprach nur von Leistung immer
Und wie anders ist es heute: And're Städtchen, and're Leute,
Linz hat längst den Reiz verloren, jetzt gibt es ganz and're Sorgen.
Lieben lieben und nicht haben, ist härter als wie Nachtdienst haben.

Hier ist Iglau, dort ist Wien, ach wie weit ist es dorthin,
ja, man könnt' den Weg halbieren und in Znaim sich amüsieren,
doch was nützt das Wochenende, denn nun kommt das dicke Ende,
dass sein Traum der heissen Nächte niemals auch daran nur dächte
ohne Eh'ring ? Nichts zu machen !! Keinesfalls verliebte Sachen
höchstens einen zarten Kuss, ganz in Ehren wenn's sein muss.
Ja mein lieber Otto Haase, manchmal stösst man sich die Nase,
auch bei schwachen Frauen an, das passiert den stärksten Mann !
Meint Freund Bacher schadenfroh: Das ist nur im Anfang so,
ach der Haase ist ein Haserl, bei der Frau ist er ein Waserl,
er ist halt kein alter Haas', in der Praxis merkt man das !

Das wär so ein Fall für mich, - psychologisch lediglich -,
Wär ich ledig, frank und frei und verliebt noch nebenbei,
da möchte' ich schon garantieren, mit könnt' sowas nicht passieren !
Mein Freund Bacher ! Falsch geraten, das sind keine Heldentaten,
Frauen soweit zu verführen, dass sie die Moral verlieren !
Haase wird das Ding schon drehen, können wir doch täglich schon
Was noch nie bei ihm gewesen: H.Dv.'s genau zu lesen,
Allerdingsn icht die Verpflegung bringt ihn soweit in Bewegung,
jetzt ist ihm sehr angelegen: Heiratsordnung - Kindersegen !

 

Öffentliche Beantwortung:

In letzter Zeit wurden mehrfach Anfragen über die Beschreibung
der neuen Kraftfahrzeugtype W.E.I.B. an mich gestellt.

Aus Papier- und Zeitersparnis, nütze auch ich hiermit
die vorliegende Bierzeitung hierzu.

Kraftfahrtechnische Beschreibung der neuen Kfz.-Type: W.E.I.B.

Wir unterscheiden:

a) Solokraftfahrzeuge mit nur einem Fahrer,
b) Personenkraftwagen mit grösserem Fassungsraum und
c) Kraftomnibusse mit reichlichen, wechselnden Verkehr-
steilnehmern. r betrachten ein Fahrzeug, dass im kühnen 
im Serienbetriebe am laufenden Bande hergestellt wurde.
Es ist obengesteuert, hat einen mächtigen Vorbau, ein
kräftiges Chassis, das gut gefedert ist, um sich den
wechselnden Belastungen und Stössen, - insbesonders
bei ruckartigem Fahren - anzupassen. ie Zylinderbohrung
nimmt mit steigendem Alter und dauernder Beanspruchung
zu. Bei Neuanschaffungen ist auf möglichst kkleine Bohrung
Bedacht zu nehmen. Zuweilen wird dringend ein neuer
Kolben mit möglichst reichlich dimensionierten Ölabstreifer
benötigt.Das vorhandene Ventil kann gleichzeitig als Notventil
in plötzlichen Fällen gebraucht werden. Schalldämpfer wird auf
Wunsch eingebaut.Von massgebender Bedeutung ist der Hub.
Ein Überschreiten des unteren Totpunktes, das zu einem
Herausgleiten des Kolbens aus dem Zylinder führt, ist
besonders peinlich. Ein Festfressen des Kolbens ist nahezu
ausgeschlossen, da die Schmierflüssigkeit automatisch im
gegebenen Augenblick zugeführt wird.

Bei verbogener Pleuelstange wir der obere Totpunkt nicht
erreicht, wodurch ein fühlbarer Mangel an Leistung entsteht.
Ein Einführung des Kolbens mit Pleuelstange aus weichem
Material ist nicht epfehlenswert, meistens unmöglich.

Bei diesen neuartigen Konstruktionen, ist das Zwischen-
asgeben während des Verkehrs nicht am Platze.

Der tüchtige Fahrer findet besonderes Vergnügen bei
wechselnder Tourenzahl. Eine Verwendung eines
Gleitschutzes (seit neuestem wurde Gummi durch
einen verlässlichen Werkstoff ersetzt) erhöht sich
die Verkehrssicherheit. Schleudern der Hinterräder
ist gefährlich. Die heutigen Konstruktionen stecken
noch in den Kinderschuhen, da täglich nur 3 bis
höchstens 8 Fahrten unternommen werden können.

Verkerhsregeln sind leider momentan vergriffen.
Es wird aber trotzdem die Einhaltung der erprobten
und bewährten Verkehrsmoral erwartet. Die aus  
Frankreich zurückgekehrten Männer müssen sich
wieder auf hierländischen Verkehrssitten umstellen.

Eine mehrtätige Pause ist allmonatlich bei sämtlichen
Fahrzeugen in Betracht zu ziehen. Die Kraftfahrzeuge
sind in gereinigtem Zustand zurückzustellen, abge-
ützte Laufbüchsen müssen erneuert wrden.Kraftfahrer!
Schon das dir anvertraute Fahrzeug, denke an deinen Nachfolger !

An des Hauses hoher Stelle,
trohnt sie, stolz und unnahbar,
und betritt man diese Schwelle,
bringt sie ihren Gruss dir dar.

Mit dem Haupt ein leichtes Nicken,
ist für Mannschaften normiert,
würdigt sie dich mit zwei Blicken,
hast du gut dich eingeführt !

Dann kommt Nicken zweiter Färbung,
in der Richtung nach der Tür,
dann ist's nach der gült'gen Wertung,
schon ein Unteroffizier !

Einmal Nicken, einmal Lächeln,
„Feldwebel mit Sympathie,
mit der Hand ein bisschen fächeln,
günstig für die Szenerie !


Lächenld nicken, Augenaufschlag,
dargebracht von dieser Frau,
gilt für Leut- und Oberleutnant
und Beamte der H.V.

Und so steigert sich die Miene,
mit dem Dienstgrad allemal,
und sie glauben höchste Leistung,
wird erreicht beim General ?

Nein ! Und klingt auch unglaublich,
es gibt einen höh'ren Fall,
Ich kenn einen Kriegs-Inspektor,
nachdem Gruss ein Feldmarschall !

Allerdings, - im Monat einmal
Wird nur dieser Gruss bestellt,
ganz genau zur Monatsmitte:
„Ach Frau Kramel, hol'n sich's Geld" !

Ein Ehemann kommt schwer geladen,
vor seines Hauses Pforte an,
Beringt die Hand mit Müh' und Plagen,
und tritt ins Schlafgemach sodann.
Die Gatting misst mit kalten Blicken,
den Herrn der Schöfung, bis sie spricht:
„Du Isidor, ich möchte' Dich bitten,
belüg' mich bei der nächsten Frage nicht !
Wie oft hast Du in uns'rer Ehen,
den Ring von Deiner Hand getan ?
Noch nie !!! So wahr ich vor dir stehe,
ich bin ein treuer Ehemann !!!
„SO", spricht die Gattin,
noch nie von Deiner Hand getan ?
Warum hast Du dann heute,
den Eh'ring über'n Handschuh' an ???

(Gftr. Hanselgruber hat gebeten, seinen
Namen nicht zu veröffentlichen, was wir
aus Gründen der Autorität auch beherzigen müssen !)

= = =

Gefreiter Johann Hansmann hat vor kurzen an seine
„liebste Gattin" einen wunderschönen Brief geschrieben.
Durch ein Versehen bekam die Redaktion dieses
Schreiben in die Hand und erlaubt sich nachstehend
den Inhalb abzudrucken:


Liebste Gattin !

Staune nicht, wenn jetzt wenig Post eintrifft,
Seit ich nun bei den Gefreiten, sind vor die schönen Zeiten,
täglich früh' um sieben Uhr, beginnt für mich die grosse Tour,
und vor abends um halb neun, komm ich äusserst selten heim.
Heute nehm' ich mir die Zeit, und beschreib dir meine Tätigkeit:

Wasser bringen, Kaffee holen,
Stiefel putzen, Schuhe sohlen,
Stuben fegen, Kleider pflegen,
Teppich klopfen, Strümpfe stopfen,
Wäsche waschen, Fliegen haschen,
Bleistift spitzen, Blumen spritzen,
jeden Samstag gründlich machen,
ach, da gibt's noch viele Sachen !
Fenster putzten, Schnurrbart stutzen,
Hemden bügeln, Haare schniegeln,
Kohlen tragen, Flöhe jagen,
Ofen kehren, Mist ausleeren,
Boden waxeln, Staub abwischen,
ach das Leben ist besch---werlich !
Nicht mehr lang kann das so sein,
denn ich geh' schon langsam ein.
Sollt's soweit kommen, heirat' nimmer,
denn so einen kriegst sicher nimmer !
Schick' bald ein Speck, und bleib mir treu,
und leg' 10 Mark ins Packerl bei.

Kamerad Miksche !

Es ist so schön Soldat zu sein,
doch lieber wär es ihm daheim,
dort ist alles rauh' und barsch:
„Hinleg'n, - auf, - zurück marsch, marsch !!

Erst wenn er ein alter Krieger,
seh'n wir ihn in Iglau wieder,
na, hoffentlich wird das bald sein,
dass er um Urlaub reichet ein.

Uofz. Fröhlich !

Lang ist er schon auf der Tour,
Leider schreibt er selten nur,
Na hoffentlich rückt er bald ein,
Dass vollzählig unser Verein !

Die Neueingeteilten ! (Gratzer,
Köllner, Bauer, Kernstock)

Alle die hier nicht genannt,
sind uns leider nicht bekannt,
denn zu kurz sind sie erst hier,
herzlichst sie begrüssen wir.
Doch niemand solle vielleicht deshalb raten,
auf unangreifbare Soldaten,
der Grund, dass über sie was fehlt,
man hat uns leider nichts erzählt !
Vielleicht wird es am besten sein,
wir nehmes zu der Gruppe rein,
die sich im Leben häufig finden,
dass stille Wasser tiefer gründen.

Kleiner Anzeiger !

Literatur:

Im Verlag Dr. Leithner und Comp. Ist soeben die
Broschüre 1000 Urlaubskniffe für Soldaten und
Wehrmachtsbeamte erschienen ! Ein wertvoller
Helfer in allen Urlaubsfällen.

Naturereignisse

Wie ich am Mittwoch mit meiner Frau um ca. 00,30
Uhr nach Hause ging, verspürten wir ein stärkeres
Beben; die Mauerkanten des Stabsgebäudes schwankten
beträchtlich. Zwecks Verfolgung der Angelegenheit wird
um Bekanntgabe sonstiger Beobachtungen an die
meteorologische Untersuchungsanstalt Wien gebeten.
Zweitschrift an Feldw. Weikhart).

Stellengesuche:

Aus Autoritätsgründen suche ich einen Kameraden,
welcher für mich Stubendienst versieht. Zuschriften
an Gftr. Hansmann/Stab.

Tausch:

Tausche meine 40-jährige Frau gegen zwei 20-jährige!
Ein Beamter des gehobenen Dienstes, Antialkoholiker.
Zuschriften unter: DINGL-DANGL.

Heiratsmarkt:

Suche Frau mitte der 20,000 RM; sie soll womöglich
einen roten Winkel haben, und eine UK-Stellung
für mich durchbringen können. Erbetene Zuschriften
unter: SELANGIR.

Verschiedenes:

Suche zur Freizeitgestaltung eine Frau, welcher meiner
ähnlich sieht und auf den Namen Grete Hört !
Verwechslungen ist damit vorgebeugt ! Womöglich
soll sie Friseurin sein. CHIFFRE: Haarschneiderschani !

Warnung:

Warne jeden über mich unwahre Gerüchte zu verbreiten.
Wenn ich in Göpfritz und in Iglau verschiedene Bekanntschaften
machen musste, so geschah dies lediglich für das Wohl
der Truppe, da man schließlich bei bekannten Firmen und
deren Angesgtellten besser bedient wird. Verpfl.Uffz.

Kauf:

Kaufe Katzen zsw. Zu beten Tagespreisen. Abzugeben
Zimmer Nr. 5, Verwendungszweck: Kostverbesserung. 
Küchenbuchfürher

Bewerbung:

Bewerbe mich auf diesem Wege um die Stelle eines
Korporalschaftsführers in BdM.-Heimen. Bringe einige
Erfahrung auf dem Gebiete der Bekleidungswirtschaft
mit und kann bei Einkleiden, Massnahmen usw. behilflich
sein. Zuschriften: Hanselgruber

Ausschreibung:

Vegetarier, älteren Jahrgangs, welcher Dauerwurst prinzipiell
nicht verdauen kann, melde sich beim Dienststellenleiter
der Abt. Iva. Aufnahme als Lebensmittelverwalter möglich.

Anfrage:

Angestellte eines Wehrmachtbetriebes bittet um Auskunft,
ob es gegen die Allgemeine Dienstordnung (ADO) verstösst,
wenn man sich während der Führerrede zum Friseur begibt.
Es wird bemerkt, dass dort die Rede ebenfalls übertragen wurde.
Zuschriften: Klappe 8

Anfrage:

Können die Mitbewohner eines Hauses Schadenersatz für
verlorenen Schlaf verlangen ,wenn man durch vergessene
Haustorschlüssel beim Fenster einsteigen muss, und dadurch
Lärm schlägt ?
Antworten unter:IGEL

Köstlich!