Mundart A-Z - Glossar

Mundart A-Z


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Begriff Erklärung Beispiel
därfens dürfen Sie  
Därn mhd. ter(e)nOhrfeige > mhd. schaden, verletzen > Tätschn Kriegst a Dern
dö die  
dös das  
eam  mhd. ime                         ihm, ihn, aber auch sichI håb's eam geb'n Er is in eam gånga!
eana                                 ihre, ihnen > auch Anredeform für IhnenI wer's eana z'ruckzåhln.
Eck mhd. ecke                     etwas spitz Zulaufendes > im Eck sitzen > keine Frau bekommen, i bin im Eck > es geht mir schlecht, in Bedrängnis sein, sowohl in einer Situation als auch im Bezug auf Geld. Aber auch das Mundeck Nach dem ersten Weltkrieg zur Zeit der Geldentwertung war a Eck ein Zehntausendkronenschein
eckad                        eckig, ein eckad's G'sicht
Eckerlein kleines Eck, a Eckerl Käse, ich such mir ein ruhiges Eckerl zum Lesen (Winkel), er muß im Eckerl stehen > im Klassenzimmer in einer Ecke Strafe stehen 
Eckerlguckn                 ein beliebtes Fangspiel, rund um einen Häuserblock 
Eckhäuslaein stolzer Besitzer eines Eckhauses 
Eckndie Ecke > HausecknMei Huat, der håt drei Eck'n, drei Eck'n håt mei Huat und hätt er net drei Eck'n, so war er net mei Huat!
EckstanEckstein, ein meist abgerundeter Stein an Hausecken, damit man beim Vorbeifahren das Haus nicht beschädigtWån da Hund mit an Würschtl über an Eckstan springt! > nach der melodie vom Radetzkymarsch
Eckzahnsteht auch für gut gewachsen Die is a steiler Eckzåhn!
Ederl                         Kurzform für Eduard, Edi 
eeh                              typisch wienerisch für: sowieso, ohnehinI håb ja eeh nix gmåcht!
egäul                          egal, gleichgültig 
ehohnehinBin eh scho do
eh!BestätigungHåst eh recht!
eh-amål                      früher einmal 
Ehestandslokomotiv  Scherzname für Kinderwagen 
Eheståndswinkel         das Zurückweichen des Haarwuchses beiderseits der Stirn 
Ehkrüppl                   Spottwort für Ehemann 
ehndavorher > früher > aber auch: lieber würde ich 
ehrli(ch)                 aufrichtig seinSamma erlich!
Ehrntåch                   Hochzeitstag, eigener Ehrentag 
Ehr                            Ehre, auf mein EhrenwortHabe die Ehre! ist auch ein Grußwort
ehvur                          bevor, früher 
ehwenn                      ehe, bevor 
Eh                             Ehe 
Ei - ei geben                 die Wangen streicheln (Kindersprache) 
Ei(n)bildung              Wahn (Spott), der ist ganz schön auf sich eingebildet Wås büdst da denn ein!
ei(n)binden               etwas einpacken 
ei(n)brenna                Das Gemüse mit Einbrenn versetzen 
Ei(n)brenn                  in Fett geröstetes Mehl als Gemüsezusatz 
ei(n)bringa                 vergelten 
ei(n)brockn               einbröckelnDu håst mir die Supp'n einbrockt, Du löffelst sie auch wieder aus!
ei(n)bröckln               verzetteln 
ei(n)dechteln             Holzgeschirr mit Wasser dicht machen 
ei(n)fadln                   1) einfädeln 2) einleiten 3) listig zu etwas bewegen 
ei(n)führn                   in Haft führen 
Ei(n)fåhrt                    Einfahrt, Hauseingang 
ei(n)fållen                   einfallenWas fållt da denn ein!
Ei(n)fåll                      Idee, Einfall 
ei(n)fåssn                   einfüllen, etwas umgeben > einen Ring z.B. 
Ei(n)fåßd                    Einfassung 
ei(n)g'sprengt              versessen auf jemanden sein 
ei(n)geh(n)                1) immer weniger an Gewicht haben 2) verstehen  
Ei(n)gmåcht's              Ragout, Fleisch in Soße 
ei(n)haun                   eifrig essen 
ei(n)hazen                  1) einheizen 2) jemanden ängstigen und quälen 
ei(n)henken                Arm in Arm gehen 
ei(n)hetzen                 einüben 
ei(n)huscherln            wie einhätscherln > von Husch 
ei(n)håltn                    (Daumen) in der Hand verbergen, das soll Glück bringen 
ei(n)hätscherln            sorgsam einhüllen 
ei(n)jauken                       Angst einjagen 
ei(n)kasteln                      eingesperrt sein 
ei(n)låssen                   Fußboden wichsen, einpolieren 
ei(n)magarieren             abfällig für einmarinierenDes kånnst dir einmargarieren! - Das kannst du behalten, dir auf den Hut stecken.
ei(n)mummeln               dick einhüllen (Schal, Mütze) 
ei(n)måchen                 einhüllen, einkochen 
ei(n)nahn                      einsperren > Naderer 
ei(n)panieren                     Schnitzelfleisch mit Mehl, Eiern und Brösel umhüllen 
ei(n)påckn                   etwas für eine Reise vorbereiten, das will keiner haben mit den kannst -: 
ei(n)quetschen            einzwicken 
ei(n)rama                   einräumen, zugestehen 
ei(n)renna                       1) an die Tür - 2) ihn überlaufen 
ei(n)richten                 einrenken > verstauchter Gliedmaßen 
ei(n)rucken                  einrücken > beim Bundesheer 
ei(n)sackeln                in die Tasche stecken 
ei(n)safn                 einseifen 
ei(n)schaun                    1) beim Versteckspiel muß einer solange ei'schaun bis sich die anderen versteckt haben 2) schlafen gehen  
ei(n)schern                  einscharren, begraben 
ei(n)schiaßn               einübenDen schiaßt t' Liab ei(n).
ei(n)schnåppen             bei der geringsten Kleinigkeit beleidigt sein 
ei(n)stecken                    I steck kane Grobheiten ein, i geb sie zurück.
ei(n)steh(n)                  eine neue Arbeitsstelle antreten 
ei(n)stuppen                wunde Körperstellen bei Kindern mit Stupp überpudern 
ei(n)sågen                  leise flüstern 
ei(n)sålzen                  1) Fleisch einsalzen 2) wieder vergelten 
ei(n)tegln                       sich einschmeicheln 
ei(n)tepscht                   mit einer Delle versehen 
ei(n)trickern                eintrocknen 
ei(n)tränken              heimzahlen 
ei(n)tunkn                     1) Kipferl eintunkn - in den Kaffee eintauchen 2) jemand eintunkn - ihm durch tratsch und üble Nachrede Schaden zufügen 3) einnicken, einschlafen 
ei(n)wakn                     1) einweichen (Wäsche) 2) einen halsstarrigen Menschen in eine mißliche Situation bringen, damit er weich wird und klein beigibt 
ei(n)weimberln              einschmeicheln, jemandes Gunst erringen 
ei(n)wendi(ch)              innwendig, innen 
ei(n)werkeln                    einüben 
ei(n)wickln                    sich nach süßen Versprechungen gefügig zeigen 
ei(n)wirtschaften           erwerben, kaufen, zuziehen 
ei(n)zama                               einzäunen 
ei(n)ziagn                  nachgeben, klein beigeben 
ei(n)zwicken             einklemmen, lochen 
Eierklår                      Eiklar, Eiweiß 
Eierlaberl                       unrunder Ball (Fußball) > eiern > unrund, wie ein Ei 
Eierpeck'n                  ländlicher Osterbrauch, den auch die Wiener Jugend zu ihren Spielen übernommen hat 
Eierspeistapper         Scherzname für flachen, reindlförmigen HutAlso zu mir hat man das gesagt, als ich noch ganz klein war und ein gelbes Gewand angehabt habe
eifern                         eifersüchtig sein, ereifern > sich aufregen 
Eigenspiagl                Eugenspiegel Till 
eigenst                      eigens 
eigentli(ch)                  eigentlich, im Grunde genommen 
eigen                          eigenartig, eigentümlich 
eili(ch)                       eilig 
eina-pof(e)ln              durch einen engen Eingang in dichten Mengen hereindrängen 
einaschern                 einäschern 
einaschmecken          1) hereinriechen 2) hereinkommen 
eina                           herein 
einballiern                  einpacken  
einbildn                     1) sich überschätzen 2) auf wen/was versessen sein  
einbrennte Hund       Scherzwort für eingebrannte Dillkartoffeln 
einbråtn                      jemanden mit Worten und Versprechungen dahin bringen, wo man ihn gerne haben will > die Damen für sich gewogen machen > umgarnen 
eindrahn/einnahn        1) nähen 2) einsperren 
eine/ihinein Tu man eini
einebandeln                in eine Sache verwickeln 
einedrahn                        1) schmeicheln, sich Liebkind machen, arschkriechen 2) angeben 3) betrügen, hereinlegen, übervorteilen, in etwas hineinziehen 
einefliagn                    hinein fallen, auch auf etwas hineinfallen 
eineflickn                    jemanden hereinlegen 
einehupfn                    hinein fallen 
einesetzn                    wie einehaun 
eingspritzt                   alkoholisiert sein, auf die Flüssigkeit hinweisend, die man sich einverleibt hat. 
einidrahn                    hineinlegen, jemanden böswillig in eine unangenehme Sache verwickeln  
einigschneiturplötzlich erscheinenStell dir vor gestern is bei uns da XY einigschneit
einijauken/einireiten     hineinjagen, in eine unangenehme Sache verwickeln 
einikei'n                    jemandem etwas durch Schläge oder hartes, unverdrossenes zupacken beibringen 
einikinna                     hinein können 
einiknian                     hineinknien, sich in etwas hineinlegen| bei der Arbeit oder einer anderen Aufgabe sich besonders bemühen 
einilassn hineinlassen > in die Irre führen > aber auch Einführen des Penis  
einilegn                       sich Mühe geben  
einineid'n                    jemandem etwas mißgönnen 
einineiden                   den Bissen neiden, den einer in den Mund führt 
eininga                        einigen 
einipappnreinhauen > Pappn > klebenPÃ¥pp eam ane!
einipatschen                hinein zwängen 
einiplumpsen              hinein fallen 
einipulvern                 Geld in ein Unternehmen stecken 
einipåtzn                     jemanden ins Gesicht schlagen, der ihn beim Kartenspiel übertrumpfen 
einiraunzn                   sich bei jemanden einschmeicheln, auch durch wehleidige Beteuerungen 
einireden                     mit Worten bestürmen 
einireiben                    deutlich zu verstehen geben 
einireiden/einireissen   jemanden ins Unglück bringen 
einiribbeln                   deutlich zu verstehen geben 
einisausn                     hinein fallen 
einischmecken           hinein riechen 
einisetzen                     ins Unglück oder Glück setzen 
einispringa                       hineinfallen 
einistecken                        (Geld) in ein Unternehmen stecken 
einiteufeln Teufel  1) schnell reinlaufen 2) z.B zuviel im Ofen nachlegen  
einitheatern                      hineinsteigern, hereinliegen, hineinziehenDen håbn ma einitheatert - den haben wir in eine unangenehme Situation gebracht
einizahn                       hineinschleppen 
einizischeneine Ohrfeige > sehr schnell > auch wo reinlaufen 
einkochen                   durch Überredungskunst jemanden für eine Sache gewinnen 
Einspänner1) Einspannen > nur ein Pferd vor einen Wagen gespannt 2) Kaffeezubereitung 3) ein Stück Frankfurter (statt einem Paar)  
Einstånd zåhln             beim Antritt einer neuen Dienststelle eine Runde spendieren 
Eintippler                   Einbrecher 
Eintrapfts                    Suppeneinlage aus weichem, eingetropftem Teig 
Eipeldau                  Ortsname für Leopoldau 
Eis - Stoß                   Eisstau in Flüssen 
eisern                         besonders stark, etwas das sich nicht biegen läßt. 
eisålzen  Salz > reiben > Abreibung,z.B.: Dem håb i Sålzer geb'n
Eiterhaus                    Eiterstock 
EiterwurmKäsekrainer  
EitrigeKäsekrainer, auch Eiterwurm 
Elefåntenweibl            robustes, dickes Frauenzimmer
ElektrischeStraßenbahn > Bim> Tram > von Tramway 
elendi(ch)                   schlecht, elend 
Elendspemstl              Einfaltspinsel 
Elf - Lümmel Gasse      Ortsbezeichnung für die Herrengasse. Nach den Torhütern, die vor den 11 Palais in dieser Gasse standen und durch ihre Lümmelhaftigkeit unangenehm auffielen. 
endeln                        mit einer Naht das Ausfransen verhüten 
endliendlich 
Endl                           Stoffkante 
End                            am Ende, vielleicht - etwa 
eng/k euch  
engbrüsti(ch)              engbrüstig, engherzig > hartherzig 
Engerlmåcherin           gewissenlose Kostfrau kleiner Kinder (Abtreiberin) 
engerltragen                ein Kind an den Armen schwebend tragen 
Engl                            der Engel 
enta/enten/enternhinter > entfernt, jenseitig, drübenentern Grind (Gründe) > Stadtteil über dem Alserbach
entere Gründ             die entlegenen, auch jenseits eines Flusses gelegenen gründe. Jenseits der Als in Lichtental, Michelbeuern usw. waren seinerseits die Weinhauer ansässig, daher gab es dort zwangsläufig Wein, Musik, Gesang und Stimmung. Jeder Wiener, der aus dieser Gegend stammte, meinte nicht ohne stolz: I bin aus die entersten Gründ! Heute (Vor- voriges Jahrhundert) meint man damit die äußersten Vorstadtgebiete 
enterisch/entrisch   ahd. antrise     gruselig, gespenstisch, unheimlich 
eppa                         etwa, vielleicht 
Erbber/Irbber            Erdbeere 
Erbschleicha               jemanden mit Freundlichkeit überhäufen, um an ein Erbe zu gelangen 
Erbschåft                    ErbschaftA guade Erbschåft måchn - viel erben
Erbsenscharl                Erbsenschote 
Erbsienhaus                ein Armenversorgungshaus mit Bezug auf die schmale Erbsenkost 
Erd(n)                       die Welt > die Erde > Erdboden > etwas auf den Fußboden werfen > den möchte ich auf den Boden werfen >GartenerdeWås auf d' Erd haun Den mecht i um d' Erd haun
Erd/Erden                 1) die Erde 2) um die Erde hauen > zu Boden werfen 
erdenes                     irdenes (Geschirr) 
Erdepfelgrobm          das Ausgraben der Kartoffeln bei der Ernte, 
Erdepfelgulasch         einfache Speise aus Kartoffeln, Paprika und Zwiebel 
Erdepfelgwetschmaschin   1) scherzhaft für Mund 2) Gerät zum Zerdrücken von Kartoffeln für Knödel oder pürierte Kartoffeln 
Erdepfelkhisdn           sie wird auch scherzhaft das Klavier genannt und dient zum lagern von Kartoffeln 
Erdepfelnåsn             spottend für knollige, unschön geformte Nase 
Erdepfelschmårn       der geröstete Kartoffel, Beilage der Wiener zu gekochtem Rindfleisch 
erderln                        nach Erde schmecken, der Karpfen Grundelt 
erdfoabn                    erdfarben, fahl Erdfoarbn wia da Dod - blass wie der Tod
Erdmechanika             scherzhaft für ErdarbeiterDas war der Spitznahme zur Zeit des Linienwallabbaues
erdruckn                  erdrücken 


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