Mundart A-Z
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| Begriff | Erklärung | Beispiel |
| Erdzeisel                   | Zieselmaus > gelegentlich als Schimpfwort - Mensch mit hinterhältiger, niedriger Gesinnung | A so a dreckichs Erdzeisel |
| Erdåpfel                    | Kartoffel (Bürgerte sich 1938 durch die Kartoffelkarte der Kriegszeit in Wien ein) |  |
| erfanga                 | sich erfangen, festhalten |  |
| erfrågn                   | erfragen, in Erfahrung bringen |  |
| erfåhrn                   | erfahren sein, viel im Leben erlebt zu haben | Er is recht erfåhrn. |
| ergatta(r)n              | ergattern, in den Besitz einer begehrten, gesuchten, schwer zu bekommenden Sache gelangen |  |
| ergo(dessen)          | infolgedessen, demnach, also, deshalb | I bin krånk, ergo muas i daham bleibn. |
| erheiratn                | durch Heirat etwas in Besitz bekommen | Des Haus håt a ned khaufd, des håt a erheirat. |
| erkenna(n)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â | jemanden erkennen | Â |
| erkhenntli(ch)      | 1) erkenntlich (tätig) 2) dankbar | Er håt si erkenntli dsagt. - durch Geld oder Gegenleistung |
| Erkhentlichkeid      | die Erkenntlichkeit > Umschreibung für Gegengabe | A klane Erkhentlichkeid hed i ma scho fadint. |
| erlaubn                | erlauben, gestatten > sehr häufig in betont gehobener Redeweise > als Ausruf im Sinne von Verzeihung etwa beim Vorgehen in der Straßenbahn - in diesem Zusammenhang scheinbar fragend, um zu bekunden, das man aussteigen möchte und dafür den Zugang zum ausstieg freigemacht werden soll | Erlaubn's, i mecht austeign. si wås erlaubn - sich etwas herausnehmen |
| erledinga                              | erledigen, verrichten | Heit muas i no fü erledinga. I bin gands erledigd. - bin gänzlich am Ende meiner Kräfte |
| erm | ihm | Blast erm den Staubzucker in Orsch |
| ernstli(ch)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â | wirklich wahr, sehr > er is ernstli krank | Â |
| erscht | erst | Â |
| Eselswut                    | einen besondere Steigerungsform von Zorn und Wut > Sauwut |  |
| Eslerei               | Eselei |  |
| Essi(ch)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â | Essig | Â |
| Essi-månn                 | Essigmann Bezeichnung einer, seit dem 1. Weltkrieg verschwundenen Wiener Straßenfigur: einem Italiener, der ein abgeflachtes Essigfäßchen waagrecht auf dem Rücken trug und mit seiner Ware handelnd von Tür zu Tür ging, er pflegte nur zur rufen: Faine Essi, gude Essi! |  |
| Esszeuch                  | Eßbesteck |  |
| estamieren                 | schätzen |  |
| etwån                      | etwa, ungefähr |  |
| eucher                     | euer |  |
| Everl                        | Koseform von Eva, Evi |  |
| ewi(ch)                   | ewig > für immer |  |
| Extra-bladl                | Sonderausgabe einer Tageszeitung, nur aus einem Blatt bestehend, heute Extraausgabe genannt |  |
| Extramadl                  | weibliche Hilfskraft in der Küche |  |
| Extras                         | Besonderes, Gutes |  |
| Extrawurscht                | kranzförmige Wurst, war früher eine feinere, teurere Wurstsorte > ein Mensch, der immer Extrawürste hat > Extrawünsche > außerhalb der Norm > tanzt aus der Reihe |  |
| extrem                      | äußerst genau oder anspruchsvoll sein > Extrembergsteiger > der das Äußerste wagt |  |
| extrich                      | eigen, besonders | I wü wås Extrichs håbn. |
| fa(r)bln                     | anstreichen, im übertragenen Sinn auch schminken | De is wieda stårk ang'fablt. |
| Fachl                     | kleines Fach |  |
| fackeln | aufschneiden > herumfackeln > hin und her fackeln > kommen wir zur Wahrheit | Fackel ma net lang herum! |
| Fadeß | fad > nie langweilig werden | Håb sonst ka Fadeß. Nur ka Fadsein |
| Fadian                     | langweiliger Mensch |  |
| Fadichkeit                  | Fadigkeit, Langeweile |  |
| fadisiern                           | langweilen |  |
| Fadln | Ferkel > kleine Schweinchen | Â |
| fad                            | langweilig |  |
| Fahn'l | 1) starker Mundgeruch nach Alkohol 2) Fähnchen 3) unansehnliches Frauenkleid |  |
| Falott | Gauner, Lump, spielen statt arbeiten |  |
| Falt'n | wenn jemand einen Unfall gehabt hat, das Gesicht etwas entstellt ist | "die Faltn san a bissal weniger" (ironisch) |
| Fam | Schaum | Des Bier hat an schönen Fam! |
| fama                       | schäumen |  |
| Famüli                      | Familie |  |
| Fandl                      | Fädchen, kleine Fahne |  |
| Fannerl                      | Koseform für Fanni, Franziska |  |
| farkeln                     | ferkeln |  |
| Farl                          | Ferkel |  |
| faschiern                   | Fleisch durch den Wolf drehen |  |
| Faschiertes | Hackfleisch, Gehacktes | Â |
| fassen                    | 1) jemanden packen, fangen 2) Befehl für Hunde: faß! |  |
| Fatschen                  | eine Wickelbinde |  |
| fatschna                   | mit einer Wickelbinde umwickeln |  |
| faustdick                  | der ist klüger als man glaubt | Der håts faustdick hinta de Uhrn (Ohren). |
| Favoriterln                  | feine Lockenbüscheln an den Schläfen, ehemalige Damenhaartracht |  |
| Faxen | Ausschweifungen | Â |
| Fazinettl                    | Taschentuch |  |
| Fazi                          | Geschäftsführer |  |
| Faßldippler               | Strotter, die in den Höfen der Gastwirte die leeren Holzfässer umkippten, um sich auch noch das allerletzte Biertröpfchen einverleiben zu können |  |
| Faßlreider                | Mensch mit O-Beinen |  |
| Faßlrutschn               | eine beliebte Volksbelustigung, die am Leopolditag (15. Nov.) im benachbarten Stift Klosterneuburg abgehalten wird. Auf Stiegen besteigt man ein Riesenweinfaß, um über dessen Rücken auf der anderen Seite hinunterzurutschen |  |
| Faßl                          | kleines Fasserl |  |
| feankeln                    | mit einem Messer ungeschickt schneiden |  |
| Feanker                    | ein schlechtes Messer |  |
| feanzen                    | grinsen, höhnen |  |
| Fechser | bewurzelter Schößling > fechsen > Wein ernten |                 |
| fechten | betteln |  |
| fechtn                        | betteln |  |
| Federbuschn          | die Renommiersucht des kleinen Mannes, ein Amterl zu besitzen, Präsident beim Kegelclub, Sparverein u. dgl. zu werden | Der will an Federbuschn. |
| Federfuzer               | Federfuchser |  |
| Federn haben          | ängstlich sein, sich vor etwas fürchten |  |
| federn                     | fordern, einmahnen |  |
| Federpenål             | ein Pennal > Behälter für Schreibstifte |  |
| Federweiß               | 1) Talkumpulver 2) in Deutschland: in Gärung befindlicher Most, Sturm | |
| Fee                        | Hexe, alte Frau |  |
| Fegfeuer                | 1) Weibsperson, bei der man seine Sünden abbüßt = Hölle |  |
| Feieråmd              | Feierabend, die Arbeit ist zu Ende |  |
| Feign                       | weibliche Scham |  |
| Feinspitz                 | anspruchsvoller und vornehm auftretender Mensch, seine Ansprüche machen sich besonders beim Essen und Trinken bemerkbar |  |
| Feitl                         | primitives Taschenmesser zum Klappen |  |
| Fellitschipée              | Fahrrad |  |
| Fels | Stein, im übertragenen Sinn Strafanstalt in Stein | Er ist gestern in Fels eing'fahrn |
| Fenigl                          | Fenchel |  |
| Fenstapoisda | Fensterpolster | Kälteschutz zwischen den Fensterscheiben | |
| Fensterschwitz     | dünner, schlecht schmeckender Kaffee, auch Bier |  |
| Ferdl                       | Kurzform für Ferdinand |  |
| Ferm/e Firm | fesch, fest, urwüchsig > Wienerlied. Hat sich schon aus der Sprache herausgewaschen, da französisch | Der nur a ferme Gaude und a Weinl måg |
| fernerln                     | 1) aus der Entfernung eine besseren Eindruck machen 2) Weiterbildung |  |
| Ferschen                  | die Ferse |  |
| fesch | gut aussehend, der Feschak | Â A fesche Gredl! |
| Feschak                   | fescher, manchmal überelegant gekleideter junger Mann |  |
| fest                          | stark, kräftig, tüchtig | A feste Watschn |
| fett | 1) sehr dick 2) betrunken | Â |
| Fetten                   | 1) Fett 2) Zustand starker Betrunkenheit |  |
| fettiern                     | jemanden gastlich aufnehmen, die Ehre erweisen |  |
| Fettpåtzn                  | 1) Fettfleck 2) Spottname für dicken Bauch |  |
| Fetzen | Rausch / angesoffen wie ein Aus-Reibfetzen, bevor man ihn auswindet | Â |
| Fetzenbinkl              | 1) Stoffrestebündel 2) ein zerlumpter Mensch |  |
| Fetzenbånkert            | 1) Puppe aus allerlei Lappen 2) Kind in zerrissener Kleidung |  |
| fetzen                       | 1) reißen 2) eilig, undeutlich schreiben, hinfetz'n |  |
| Fetznlaberl               | aus Stoffresten zusammengenähter Ball der Gassenjungen - heute auch noch gebräuchlich für Fußball |  |
| Fetznschädl              | harmloses Schimpfwort für Dummkopf |  |
| Fetzntandler               | Lumpensammler, Trödler, Altwarenhändler für Fetzen, Flaschen, Kellerkram |  |
| Feuermauer               | hoher Stehkragen, wie ihn eine Zeit lang die Herrenmode herausbrachte |  |
| Feuerwerks-wiesn     | Ortsbezeichnung für eine riesige Lagerwiese im Wiener Prater |  |
| Fiakerball à              | war früher der berühmte letzte Ball in der Faschingssaison, der meist am Aschermittwoch abgehalten wurde |  |
| Fiakermilli   Ã | Emilie Turecek (genannt Fiakermili) fehlte bei keinem Fiakerball und war ihr Mittelpunkt |  |
| Fiakerpulver              | Arzneimittel gegen Hartleibigkeit, hieß auch wegen seiner auswurferleichternden Wirkung Brustpulver |  |
| Fiaker                       | Mietkutschenfahrer |  |
| Fichten                    | die Fichte |  |
| ficken | Geschlechtsverkehr > es sind kurze rasche Bewegungen | Hier gibt es sicherlich bis zu 50 verschiedene Ausdrücke für diese Tätigkeit |
| fidel | glücklich > ein Lied auf den Lippen > noch stärker > kreuzfidel |  |
| Fiesko                      | ganz kurzer Kurzhaarschnitt |  |
| Figur | Gestalt | z.B.: Die håt da åba a scheen´s Figürl |
| Figurinimann       | Wanderhändler mit Gipsfiguren | |
| filigra(n)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â | zart, gebrechlich | Â |
| filitieren/Filiterer        | beschwindeln, beschummeln, Schwindler |  |
| Filzlaus | 1) eine Lausart 2) eine lästige Person |  |
| filzn                          | jemanden abgreifen, ob er mager ist (also kein Filz hat) oder abtasten um ihn zu durchsuchen |  |
| Filz                           | Schweinespeck, lose verbundener Stoff |  |
| Fimmel/Fummel         | 1) moderne Kleidung 2) Spleen, Marotte 3) leichter, geistiger Defekt |  |
| Finanzer                    | Zollwächter |  |
| Findelhaus mhd. vinden | gefundene Kinder > Alsergasse | Â |
| Finga | Finger | Â |
| fingerln                      | 1) stehlen 2) eine Frau mit dem Finger befriedigen |  |
| Fingerlång                 | jeden Augenblick | |
| Fingerschuaster      | Scherzwort für Handschuhmacher |  |
| Fini/Finnerl                 | Kurzform für Adolfine, Rudolfine, Josefine |  |
| finster                        | düster, dunkel, aussichtslos, nichts zu holen |  |
| fipern                        | zittern, beben, fiebern |  |
| firma                         | 1) zur Firmung führen 2) leicht über die Backe streichen > leicht ohrfeigen |  |
| Firta                          | schürzenähnliches Tuch, meist blau, der vierte Teil. Ein Dreieck trug man eingeschlagen |  |
| firti | fertig > jemand bis zum Ende bringen, da fertige Wein, der Alte | MÃ¥ch erm firti |
| Fisamatenzn              | Faxen, Flausen |  |
| Fisch(ohne Graden)   | Fisch ohne Gräten |  |
| Fischkölter               | Fischbehälter |  |
| fischln                       | nach Fisch riechen oder schmecken |  |
| Fischpal                  | schwächliches Frauenzimmer |  |
| fischpern                   | wispern, flüstern, lispeln |  |
| Fisimatenten frz. | Förmlichkeiten, Umstände, Ausflüchte | Måch kane Fisimatenten! |
| Fisolen-Bua/Fisola               | Schüler eines Internates < die Zöglinge trugen Uniformen mit grünen Aufschlägen > dortige Ernährung mit Hülsenfrüchten |  |
| fisselig | abgewetzt > Stoff | Â |
| Fitschipfeil                | Pfeil, lautmalerisches Geräusch |  |
| fitseln                       | etwas in kleine Stücke zerschneiden |  |
| flachen | 1) verhaften (Gaunersprache) 2) ohrfeigen 3) stehlen, entwenden | Mir håms de Uhr g'flacht |
| Flacker                     | Fleck, Fladen, Klumpen (Kuhmist) großes Stück |  |
| flackn                        | 1) untätig daliegen 2) jemanden ohrfeigen, lautmalerisch |  |
| fladern                       | entwenden, stehlen |  |
| flami(ch)Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â Â | flaumig | Â |
| Flamoo                      | Hunger |  |
| flanieren | herumstreichen, arbeitsscheu leben | Â |
| Flankerl | Flöckchen, oberflächige Frau |  |
| flankiern franz.                  | herumstreichen |  |
| Flax'nvdrahrara | Würstelstandverkäufer |  |
| Flaxn                         | Flechse, Sehne |  |
| Fleanschen                | Mund (Maul) |  |
| fleanschen                 | den Mund spöttisch verziehen, grinsen, Gesichter schneiden |  |
| Flechten                   | 1) die Flechte 2) Wagenkorb |  |
| Fleck | 1) Ort 2) Geldbriefbörse des Bedienungspersonals 3) schlechteste Schulnote 4) Fleck im Gewand |  |
| Fleckerlpatschn | Hauschuhe aus Stoffresten | Â |
| Fleckerl | kleiner Fleck, tanzen am kleinsten Ort > Stelle > Fleckerlwalzer > für alt und jung |  |
| fleckert                   | fleckig |  |
| Fledermaus            | werden auch größere Nachtfalter genannt |  |
| Flederwachl           | Federfächer, um die Ofenflamme zu verstärken |  |
| Fleischbånk            | Fleischerladen |  |
| Fleischhåcker         | Schlächter, Fleischer |  |
| Fleischmåder          | einer, der viel Fleisch ißt. |  |
| fleissi(ch)               | fleißig |  |
| Fleißzettel               | Lobzettel, den der Lehrer fleißigen Schülern gibt |  |
| flennen | stark weinen | Â |
| Flennerei                 | Weinerei, Geheule |  |
| fless'ln                      | einer Frau wiederholt offen und auffällig ins Gesicht blicken |  |
| Fliagngader              | Fliegengitter |  |
| Fliagnpracker            | 1) Fliegenwedel 2) große, derbe Hände |  |
| fliagn                         | fliegen, stürzen |  |
| fliaßen                    | fließen |  |
| flick'n                        | verprügeln |  |
| Flieder                         | Geld | Reib den Flieder umme - gib das Geld her |
| flieg-hängert               | flügellahm, niedergeschlagen, matt |  |
| Flins mhd.vlinsen | kleines Geld > Gaunersprache | Â |
| Flinserl | kleiner schimmernder Ohrring (Edelstein), einseitig getragen > je nach Stand verschieden | Flinserl in die Waschl |
| Flipper                  | Spielautomat, bei dem man einen Ball durch ein Labyrinth schießen muss und dabei soviel wie möglich Punkte sammelt |  |
| Flitscherl | leichtfertiges Mädchen < rutschig |  |
| Flitzen                     | Durchfall |  |
| flitzen                        | laufen, wegschleudern | |
| Flohbeudl                 | Mensch, der viele Flöhe hat. Oft auch nur ein Spaßwort |  |
| Flohdacherl/dackerln | Gamaschen, die über das Oberteil des Schuhs reichen |  |
| flott                             | rasch, fließend, gewandt, lustig, verschwenderisch |  |
| Floßn                        | scherzhaft für Hände als auch Füße |  |
| fluachen                    | fluchen |  |
| Fluach                       | Fluch |  |
| Fludern                    | flatterhaftes Frauenzimmer |  |
| Fludriwudri              | Sausewind |  |
| Flugerl                       | flatterhaftes Mädchen, das sich bald den einen, dann den andern Mann anlacht und angelt |  |
| Flåchs                        | Kopfhaare | |
| Flåschn                     | Ohrfeige |  |
| Flörl'n | alte Währung. Da kommt noch ein eigenes A, B, C |  |
Alle | | 1 | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Ü | Z | Å | Ä | Ö
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| Definitiondrei | ||